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Thema Mobilfunk und digitale Medien

Liebe AbonnentInnen,

in meiner heutigen Newsletterausgabe geht es mir darum, Ihnen einen optimalen Zugang zu Informationen über das Thema Mobilfunk und Elektrosensibilität nahe zu bringen. Seit zwei Jahren bin ich Mitglied im Vorstand der„Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e.V.“ (www.kompetenzinitiative.net)

ie Initiative wurde am 30. April 2007 von Prof. Dr. phil. Karl Richter und Dr. med. Markus Kern in Kempten (Allgäu) gegründet. Diese internationale interdisziplinäre Organisation erarbeitet, sammelt und präsentiert wissenschaftliche Informationen zum Thema Mobilfunk und digitale Medien und beleuchtet diese unter den Aspekten der Demokratieforschung. Dabei legt er unter anderem die Kräfteverhältnisse zwischen zwei Polen in der Gesellschaft offen:

Auf der einen Seite steht die Verzahnung der Industrieinteressen in Politik und Administration, die über „Mietmäuler“ in der Wissenschaft und die von diesen vertretene und lukrativ bezahlte und damit streng an den Interessen der Auftraggeber orientierte „Forschung“ realisiert wird.

Auf der anderen Seite stehen unabhängige Wissenschaftler, die nicht selten unentgeltlich in privaten Forschungsinstituten wissenschaftliche Daten ohne Beschönigung erarbeiten und vorstellen. Diesen Wissenschaftlern begegnet seitens offizieller Stellen oft ein Sturm der Diffamierung. Ihnen in dieser Situation Sprachrohr zu sein und sie öffentlich und juristisch zu unterstützen ist eine der wichtigen Aufgaben der Kompetenzinitiative. Erfreulicherweise gelingt es der Kompetenzinitiative in kleinerem Rahmen immer wieder, über Sponsoren Forschungsgelder für die Erarbeitung kritischer Aspekte und auch juristischen Flankenschutz zur Verfügung zu stellen.

Die Kompetenzinitiative betreibt eine wissenschaftliche Schriftenreihe, in der die verschiedenen Aspekte vorgestellt werden. Ich empfehle den AbonnentInnen meines Newsletter sehr, sich die Überschriften der Titel einmal anzuschauen: www.kompetenzinitiative.net/KIT/KIT/broschuerenreihe/

Das Dilemma der die Forschungsergebnisse beeinflussenden Interessen habe ich (Braun-von Gladiß) 2008 in meiner Schrift „Macht Mobilfunk krank?“ (http://gladiss.de/index.php/books) so dargestellt:

„Zur Frage der biologischen Wirkung elektromagnetischer Wellen liegen extrem viele Studien vor. Augenscheinlich hängt das jeweilige Ergebnis von der Finanzierung der Studie ab. „Wer die Hochzeit zahlt, bestimmt die Musik“ – diese alte Volksweisheit sehen wir hier auffällig bestätigt. Objektive Wissenschaft gibt es nicht.
Die Mobilfunkindustrie und eine Reihe der von ihr direkt oder indirekt abhängigen Institute geben sehr viele Studien in Auftrag, die nahezu alle zum Schluss kommen, Mobilfunktechnik sei völlig ungefährlich. Soweit darin trotzdem Risiken bejaht wurden, ist mehrfach bekannt geworden, dass man sie so lange unter Verschluss hielt, bis sogenannte Kontrollstudien mit unkritischem Ergebnis fertig waren.
Diese Studien sind sich oft sehr ähnlich. Das die Mobilfunktechnik verharmlosende Ergebnis soll offenbar durch die Anzahl der durchgeführten Studien untermauert werden, auch wenn deren Konzeption und Aussage den vorangegangenen mehr oder weniger gleichen. Da es in der Industrie an Geld nicht mangelt, kommt auf diese Weise viel Studienmaterial zusammen. Das beeindruckt die Öffentlichkeit und auch viele Journalisten. Dementsprechend ist oft zu lesen oder zu hören, „die meisten Studien“ belegten die Unschädlichkeit des Mobilfunks, und es entsteht der Anschein, eine Aussage werde dadurch bedeutsamer, dass sie in unterschiedlicher Tonlage häufig wiederholt wird.
Epidemiologische Ansätze, also z.B. die Prüfung, wie es einer betroffenen Bevölkerung nach jahrelanger Exposition insgesamt gesundheitlich geht, fehlen dabei weitgehend. Charakteristisch für die Masse dieser Studien ist vielmehr die Untersuchung eines kleinen künstlich herausgegriffenen Teilaspektes der biologischen Wirklichkeit, in dem die Gesamtverfassung eines Menschen explizit keine Rolle spielen darf. Häufige Untersuchungsobjekte dieser Wissenschaft sind daher Zellkulturen, Tiere oder nicht-lebende Gewebemodelle. Wenn die Auswirkung eines Ausschnitts der elektromagnetischen Gesamtbelastung über z.B. 70 Stunden untersucht worden ist, wird bereits von Langzeitstudien gesprochen. Mit der biologischen Realität jahre- und jahrzehntelanger Exposition hat ein solcher Forschungsansatz aber nichts zu tun.
Um den Honorarbezug zu sichern und das entlastende Ergebnis zu erzielen, schrecken manche Forscher offenbar auch vor der Verletzung grundlegendster wissenschaftlicher Gepflogenheiten nicht zurück:  Aus der in 13 Ländern Europas durchgeführten (von der Internationalen Krebsforschungsagentur in Lyon redigierten) Interphone-Studie wurden bereits vorliegende Teilergebnisse publiziert. Sie enthielten den Beweis für die schon vorher beschriebene Zunahme des Risikos von Hirntumoren durch langen Handygebrauch. Der Plan sah vor, die Studienergebnisse im Sommer 2007 zu veröffentlichen. Nach erfolglosem Ablauf dieses Datums erschien stattdessen eine in Dänemark an 420.000 Handynutzern durchgeführte Studie zum gleichen Thema, nämlich dem Zusammenhang von Nutzungsintensitität und Hirntumoren. Darin wurde dann jede Verbindung von Krebsrisiken mit dem Gebrauch von Mobiltelefonen verneint. In dieser Studie wurden ausgerechnet die intensivsten Handy-Nutzer der Nicht-Nutzer-Gruppe zugerechnet, womit sich die Hirntumorhäufigkeiten beider Vergleichsgruppen anglichen. Ausgewertet wurden nämlich Telefonrechnungen statt des konkreten Handygebrauchs. Tatsächlich rechneten die Forscher so die Häufig-Nutzer der anderen Gruppe zu und nivellierten das Ergebnis damit. Häufig-Nutzer sind nämlich typischerweise Angestellte, deren Handyrechnung von der Firma bezahlt wird.
Wo der Zusammenhang zwischen Gesundheitsschäden und Mobilfunktechnik nicht mehr von der Hand gewiesen werden kann, argumentieren die Lobbyisten der Mobilfunkindustrie, eine beschriebene oder erwiesene Wirkung könne nicht als „wissenschaftlich belastbar“ akzeptiert werden, so lange ein Erklärungsmodell dafür fehle.
Das gleiche Prinzip ist in der Geschichte der Wissenschaft vielfach zu beobachten. Bei der Schädigung durch Holzschutzmittel, in der Contergan-Katastrophe, jüngst bei der nicht mehr abstreitbaren Häufung kindlicher Leukämien in der Umgebung atomtechnischer Anlagen und jetzt eben bei Gesundheitsschäden durch Mobilfunk – immer wird die gleiche Argumentation aufgeboten: Zwar sind die Phänomene offenkundig, aber bewiesen ist ein Zusammenhang (mit Holzschutzmitteln, Contergan, Atomkraftwerken, Mobilfunktechnik) nicht, denn wissenschaftlich ist kein Wirkmechanismus bekannt, nach dem eine Schädigung zu erwarten wäre. Wir wissen nicht, wie das Weltall entstanden ist, und noch immer gibt es nur Spekulationen über viele dort zu beobachtende Phänomene. Deshalb aber die Existenz des Weltalls zu leugnen hätte den gleichen wissenschaftlichen Wert wie Schäden durch Atomkraftwerke oder Mobilfunktechnik deshalb nicht zu akzeptieren, weil ihre Entstehungsmechanismen unbekannt sind. Wenn Wissenschaftler sich nicht mehr berufen sehen, die Natur der Dinge zu begreifen, sondern deren Existenz leugnen, weil sie sie nicht verstehen können, wird der Bock zum Gärtner gemacht.
Quantitativ weniger Studien, etwa nur mehrere hundert, kommen zum Schluss, durch den Betrieb technischer Einrichtungen des Mobilfunks drohten gravierende Gesundheitsgefahren. Sie beschreiben, wir sähen derzeit nur die Spitze des Eisbergs und alle Anzeichen sprächen dafür, ein sofortiges Moratorium gegen den weiteren Ausbau dieser Technik zu beschließen und ihre bisherige Dimension einzugrenzen.
Die Autoren dieser Studien weisen keine geringere wissenschaftliche Reputation auf als jene, die Gesundheitsgefährdungen durch Mobilfunktechnik bagatellisieren. Ihre Geldgeber sind aber entweder sie selbst oder industrieunabhängige Stiftungen. Dementsprechend geht man dort mit der Anzahl von Studienaufträgen vorsichtiger um und wiederholt einen Forschungsansatz, der gerade von anderer Seite untersucht wurde, nicht, nur um eine größere Masse von Studien vorzeigen zu können. Und die Studiendesigns zeugen von hoher Kreativität: mit relativ kleinem Aufwand werden spektakuläre Ergebnisse erzielt. Immer wieder sind es epidemiologische Forschungen, die die gesundheitliche Realität der betroffenen Bevölkerung viel besser erfassen können.
Erstaunlich ist, dass diese kritischen Studien in der Regel inhaltlich nicht widerlegt werden (und auch nicht widerlegt werden können), sondern dass eine Strategie des Totschweigens zu beobachten ist. Die Gegenseite hofft, dass sie in der Masse ihrer mit viel Aufwand in die Öffentlichkeit lancierten Studien untergehen.“

Für die medizinischen Informationen zum Thema Mobilfunk und Elektrosensibilität haben die Ärzte der Kompetenzinitiative eine eigene Website erarbeitet, – siehe www.aerzte-und-mobilfunk.eu –, die insbesondere für die medizinische Fachöffentlichkeit eine Informationsbasis zu gesundheitlichen Gefährdungen des Mobilfunks ist. Dabei werden Diagnosekriterien, Pathophysiologie, Arbeitsmaterialien und Therapieprinzipien und auch die Appelle von Wissenschaftlern zum Thema der Elektrosensibilität vorgestellt.

Auch die Arbeitsergebnisse der österreichischen Wissenschaftlergruppe zum Thema Elektrosensibilität finden sich in dieser Website jeweils aktualisiert:

  • die von der Österreichischen Ärztekammer und den Referenten für Umweltmedizin der Landesärztekammern am 3. März 2012 in Wien verabschiedete Schrift „Abklärung und Therapie EMF-bezogener Beschwerden und Krankheiten (EMF-Syndrom)“
  • die „EUROPAEM EMF Guideline“, in der für Ärzte-und Ärztegesellschaften und Ärztefortbildung Therapierichtlinien der Elektrosensibilität standardisiert werden
  • der „Reader zur pädagogischen Arbeit über digitale Medien“, der curriculare Materialien für Lehrer und Erzieher zur Verfügung stellt
  • die zur Zeit stattfindende Präsentation des so wichtigen Kinofilms „Thank you for calling“ von Klaus Scheidsteger, in dem die Zusammenhänge zwischen Handynutzung und Hirntumor einerseits und der Gegenwind der Industrielobby gegen diese Informationen andererseits dargestellt sind.

Über diese Website steht jedem Menschen ein gratis erhältlicher Newsletter zur Verfügung, in dem alle aktuellen Informationen zu diesem Themenspektrum aktualisiert werden: http://www.aerzte-und-mobilfunk.eu/kontakt/#impressum/

Damit bin ich nun auch beim Thema meines heutigen Newsletter www.gladiss.de: bislang habe ich in meinem seit zwölf Jahren publizierten Newsletter dem Thema Mobilfunkkritik viel Raum gegeben (in 39 darin publizierten Beiträgen habe ich das Thema behandelt – siehe http://gladiss.de/index.php/component/search/?searchword=mobilfunk&searchphrase=all&Itemid=125). Dafür mussten andere Themen aus meinem Spektrum ganzheitlicher Medizin der mobilfunkkritischen Aktualität wegen oft zurückstehen.

Im Rahmen der Bündelung der Kräfte will ich heute Ihnen - den NewsletterabonnentInnen www.gladiss.de - empfehlen, den Newsletter der Ärzte der Kompetenzinitiative in der gleichen einfachen Weise und ebenfalls gratis zu beziehen, wie Sie es aus meinem eigenen Newsletter gewöhnt sind. So ist gewährleistet, dass Sie auch künftig für alle wissenschaftlichen Erkenntnisse und Informationen zu den kritischen Aspekten des Mobilfunks unmittelbaren Zugang behalten.

Mein eigener Newsletter wird in der bisherigen Weise fort bestehen und neuen Raum für die speziellen Aspekte ganzheitsmedizinischen Arbeitens in der Praxis der Ärzte und Heilpraktiker bieten.

Meine Empfehlung: tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse in das Anmeldeformular http://www.aerzte-und-mobilfunk.eu/kontakt/#impressum/ ein.

Freundliche Grüße!
Karl Braun-von Gladiß