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Langzeitwirkungen des Mobilfunks - oder: Warum greift die Vernunft nicht?

Am 5.4.2014 fand die öffentliche Jahrestagung der Kompetenzinitiative für Mensch, Umwelt und Demokratie e.V. auf der oberhalb Würzburgs gelegenen historischen Festung Marienberg statt. Sowohl die 250 Teilnehmer wie auch die Presse profitierten vom breiten Themenspektrum der interdisziplinären und internationalen Wissenschaftler.

 

  • Professor Dr. Karl Richter, St.Ingbert, 1. Vorsitzender der Kompetenzinitiative, führte in die Komplexität des Themas der Langzeitwirkungen des Mobil- und Kommunikationsfunks ein.
  • Professor Dr. Kundi aus Wien stellte die besondere Gefahrenlage durch die Benutzung von Mobiltelefonen für Kinder dar.
  • Dr. Ulrich Warnke aus Saarbrücken, berichtete über seine langjährige Forschung zur biochemischen Auswirkung des Mobilfunks und zeigte auf, dass und warum Mobilfunk chronische Entzündungen, Übergewicht, Diabetes, Cholesterinanstieg und Herzkreislauferkrankungen fördert oder verschlimmert. Der Mechanismus erfolgt über die Anhäufung von Stickoxid-Radikalen, die dadurch  zunehmende Schädigung des Zellstoffwechsels und der Mitochondrien und über die Umprogrammierung von Immunvorgängen auf chronisch schleichende Entzündungen hin. Insofern setzen die Mobilfunkstrahlen an einem sehr zentralen Steuermechanismus der Regulierung der Gesundheitskraft an und können diese Erkrankungen auslösen wie bestehende verschlimmern.
  • Der Onkologe Prof. Dr. med. Lennart Hardell von der Örebro-Universität in Schweden stellte die  neuen Forschungsergebnisse seiner Wissenschaftlergruppe vor, die beweisen, dass das Hirnkrebsrisiko in Abhängigkeit von der Nutzungsintensität von Handys um 30 % zunimmt („Brain tumour risk associated with use of mobile and cordless phones“).
  • Prof. Dr.-Ing. Wilfried Kühling, Dortmund, Halle, Vorsitzender verschiedener wissenschaftlicher Beiräte in BUND und Fachgesellschaften, umriss die Problematik der Grenzwertfestsetzung und stellte die Einflussnahmen verschiedener Gruppierungen dar.
  • Prof. Dr. med. Franz Adlkofer, Max-Planck-Institut für Biochemie in München und Universität Berlin, Koordinator mehrerer EU-Projekte, gab einen kritischen Rückblick über den (falschen) Umgang der Politik mit dem Strahlenschutz der Bevölkerung und zeigte auf, dass und wie Wissenschaftler an die Interessen der Industrie gebunden werden.
  • Bernd Irmfrid Budzinski, Freiburg, Verwaltungsrichter a. D., zeigte die juristischen Implikationen des Themas ebenso wie die Möglichkeiten und die Notwendigkeit der Integration juristischer Kreise in den Schutz der Bevölkerung vor den Gesundheitsgefahren des Mobilfunks.
  • In meinem (Dr. med. Karl Braun-von Gladiß) Vortrag stellte ich die körperlichen, psychischen und soziologischen Effekte mobiler Kommunikation dar und erläuterte mein 8 Punkte umfassendes Therapiekonzept der Elektrosensibilität.

Die Vorträge werden in Kürze als Heft 9 in der Schriftenreihe der Kompetenzinitiative erscheinen. Eine ganztägige Filmaufzeichnung der Tagung wird als DVD ebenfalls vertrieben werden. Beides ist erhältlich über das Sekretariat der Kompetenzinitiative ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) und über den Onlineshop www.gladiss.de.


Abschließend umreiße ich mit den einleitenden Sätzen meines Vortrags über gesundheitliche Auswirkung des Mobilfunks und die Therapie der Elektrosensibilität die wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Brisanz und beantworte die Frage, warum Vernunft nicht greift.

Mobilfunk und drahtlose Kommunikationstechnik wirken sich bei Menschen auf den Körper, die Steuerungsfunktionen, die Psyche, soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge aus.

 

  • So lange schulmedizinisch der Grundsatz fortbesteht, dass jede Krankheit und jedes Symptom eine konkret zu benennende Ursache habe (monolineare Pathophysiologie), ist die an Universitäten gelehrte und in Behörden akzeptierte Medizin außerstande, Regulationsvorgänge innerhalb des Körpers zu verstehen, die verzahnt zusammenspielen und die zusätzlich noch mit den von außen einwirkenden Belastungen wechselwirken.
  • So lange die Schulmedizin mit ihren theoretischen Grundannahmen (Pathophysiologie) das Monopol für sich reklamiert, das Feld der wissenschaftlich anerkannten Medizin mit dieser einseitigen theoretischen Grundlage zu besetzen, bleibt sie blind für jede Einsicht in die Wirkungsmechanismen athermischer nicht ionisierender Strahlung. Denn deren Wesen liegt ja gerade darin, dass sie sich mit anderen schädlichen Einwirkungen verbünden (synergistisch wechselwirken) und dass sie zusätzlich wechselwirkend in das innere Gefüge des Organismus eingreifen.
  • So lange die „wissenschaftlich anerkannte Medizin“ den Wirkungsmechanismus biologischer Effekte der heutigen drahtlosen Kommunikationstechnik nicht begreifen kann oder will, gelten die Wirkungen definitionsgemäß als nicht existent und vor allem als nicht anerkannt, völlig unabhängig von der offenkundigen Realität, die man in der Bevölkerung an Symptomen vorfindet, die durch elektromagnetische Wellen ausgelöst oder verstärkt werden.
  • So lange an Industrieinteressen gebundene schulmedizinische Vertreter im Konzert mit anderen Lobbyisten in Grenzwertgremien und in der Bürokratie das medizinische Wort führen, bleiben die dort gefassten Beschlüsse auf die bisherige Haltung festgezurrt.
  • So lange die schädliche Wirkung des Mobilfunks wissenschaftlich nicht anerkannt ist und deshalb (wegen der fehlenden Kenntnis eines Wirkungsmechanismus) „belastbare Daten nicht vorliegen“, sehen Politiker und Behörden keinen Handlungsbedarf, ungeachtet statistisch signifikant bewiesener Studienergebnisse.
  • So lange Politik und Administration eine neue Bewertung des Sachverhalts nicht feststellen können, bleiben die meisten Gerichte in ihren Urteilen bei der juristischen Position, ein Rechtsgut sei nicht verletzt worden.
  • So lange sich die Katze derart weiter in den Schwanz beißt (weniger salopp formuliert: so lange das Diktum dieses sich selbst perpetuierenden Circulus vitiosus gilt), ändert sich nichts.
  • So lange gedeihen die einem fundamentalistischen System nicht unähnlichen Irrationalismen ungeschmälert weiter und so lange kann alles ungestört so bleiben wie es ist.
  • So lange in der Medizin zunehmend Behandlungsweisen leitliniengerecht gleichförmig und personenunabhängig sein müssen und ein auf das einzelne Individuum abgestimmtes Therapiekonzept als unwissenschaftlich und nicht statistisch auswertbar abgelehnt wird, behalten diese mit dem Prädikat „wissenschaftlich anerkannter“ Verfahren ihren Alleinvertretungsanspruch und verdrängen neue, eventuell intelligentere und sich außerhalb verkrusteter Strukturen entwickelnde Therapieverfahren vom Markt.
  • So lange die von neuen umweltbedingten Risiken Betroffenen, zum Beispiel Elektrosensible, in ihrer Krankheitsdynamik pathophysiologisch (von der medizinischen Lehre der Krankheitsprinzipien her) weder verstanden werden noch ihnen ein angemessenes Therapiekonzept zur Verfügung steht, bleiben sie an den Rand der Medizin gedrängt, unbedeutend und werden psychiatrisiert.
  • So lange kommen umweltpolitische Hintergrundfragen gar nicht erst auf. Solidarisierungseffekten wird mit dem Stigma der psychiatrischen Färbung begegnet. Die Maskierung von disseminierten (sich auf vielen verschiedenen Ebenen des Körpers niederschlagenden) Elektrosensibilitätssymptomen in den Diagnosen anderer Fachdisziplinen (kardiovaskulären, autoimmunologischen, neurologischen, onkologischen, ophtalmologischen, endokrinologischen und metabolischen) bleibt weiter unerkannt und ein Kofaktoren-bezogenes Abwägen (Differenzialdiagnose) gilt als verpönt.
  • So lange können die systematische Produktion neuer Marktbedürfnisse in der Bevölkerung und lukrative Absatzmärkte für die Industrie ungestört ausgebaut werden.
  • So lange die „anerkannte“ Wissenschaft, Industrie, Administration, Politik und Jurisprudenz in verzahnter Einigkeit und Konstanz den gleichermaßen wissenschaftstheoretisch verblindeten wie realitätsignoranten und wohlfeilen Glaubenssatz des „weil nicht bekannten auch nicht existenten“ Wirkungsnachweises wiederbeten, bleibt das außerinstitutionelle Engagement von Bürgern und Wissenschaftlern ungeschmälert vonnöten. Gemeint sind dabei Wissenschaftler, die, weil sie nicht als „Mietmäuler der Industrie“ gebunden sind, über bereits sehr viele Kenntnisse und Studienergebnisse zu den biologischen Wirkungen des Mobilfunks verfügen.
  • So lange gilt es durch das außer-institutionelle Engagement von Bürgern und unabhängigen Wissenschaftlern zu verhindern, dass das Verständnis für die Natur der Dinge im gleichen aufklärungsfeindlichen Sumpf des „Standes der Wissenschaft“ verschwindet, in dem schon im Jahre 1620 die Galileo Galilei von seinen Inquisitoren zum wissenschaftlichen Widerruf gezwungen wurde.
  • So lange man vor fast unbegreiflichen und verwirrend erscheinenden Zusammenhängen steht und es so scheint, als renne man argumentativ gegen Wände, hilft die Frage „cui bono – wem nützt es?“ den Hintergrund zu beleuchten: Die Erkenntnis, wer oder welche Kreise von der jeder Vernunft trotzenden Ausuferung des Mobilfunks und der stetig neuen Produktion bislang nicht existierender Konsumbedürfnisse profitiert, und zwar konkret monetär, macht es verständlich, warum der fatale Zirkelschluss nicht durchbrochen wird.


Was ist Elektrosensibilität? Warum eine neue Pathophysiologie (neue theoretische Grundannahmen, nämlich solche, die Wechselwirkungen einbeziehen) vonnöten ist, wenn man Elektrosensible verstehen und behandeln möchte, möge meine (Braun-von Gladiß) Definition der Elektrosensibilität verdeutlichen:

Elektrosensibilität ist das sich in aktuellen Vulnerabilitätsphasen und an spezifischen Loci minoris resistitentiae eines biologischen Systems manifestierende und sich in Kongruenz zu individuellen pathogenen Mustern entwickelnde exogen induzierte multisymptomatische Resultat synergistischer Wechselwirkungen zwischen seinen immanenten Reaktionsprinzipien und technisch erzeugten niederfrequent gepulsten Hochfrequenzsignalen (©Braun-von Gladiß).

Allgemein verständlich formuliert heißt das:

Elektrosensibilität ist das Ergebnis sich gegenseitig beeinflussender Selbstheilungskräfte und Regulationsmechanismen, der äußeren Einflüsse durch Gifte und Strahlen sowie von individuellen Schwachpunkten und Empfindsamkeitsphasen sowie individueller Reaktionsmuster des Betroffenen. Darüber hinaus passt die Art der Schädigung oft zu den Reaktionsmustern des Betroffenen selbst, die die besondere Krankheitsanfälligkeit oder Art der Reaktion in anderen Zusammenhängen seines Lebens ähnlich bedingen. Die Wechselwirkungen unter den inneren Selbstheilungskräften werden wiederum durch den Kontakt mit Äußerem beeinflusst, und zwar durch sich gegenseitig aufschaukelnde (synergistisch wechselwirkende) schädigende Effekte von Giften und Strahlen. Deren so entstandenes Schädigungspotenzial, welches viel giftiger ist als es der Summe der einzelnen Gifte entspricht, schädigt die Regulationsmechanismen im Körper (Selbstheilungskräfte) nachhaltig.

8.4.2014    Dr. med. Karl Braun-von Gladiß