Dies ist eine Leseprobe aus dem Buch „Krebskranke Menschen in ganzheitlich-medizinischer Behandlung - Eine persönlich geprägte Schrift über Behandlungsgrundsätze und –methoden, die sich für mich in der Praxis der Therapie krebskranker Menschen bewährt haben“. Mai 2000 / 208 Seiten, Abbildungen und Grafiken.

Dr. med. Karl Braun-von Gladiß

Therapieziele und prognostische Erwartungen in der ganzheitlichen Behandlung krebskranker Menschen

Am Beginn der Behandlung eines an Krebs erkrankten Menschen ist das anzustrebende Behandlungsziel oft ungewiß. Erst der Therapieverlauf bringt Klarheit. Dem einen Menschen “ist es gegeben”, daß der Tumor verschwindet, der Andere wird daran sterben.

Am Beginn der Behandlung eines an Krebs erkrankten Menschen ist das anzustrebende Behandlungsziel oft ungewiß. Erst der Therapieverlauf bringt Klarheit. Dem einen Menschen “ist es gegeben”, daß der Tumor verschwindet, der Andere wird daran sterben.
Obwohl ich als Behandler im Prinzip jedes Mal dieselben Behandlungen durchführe, kann das Ergebnis völlig unterschiedlich ausfallen. Ich engagiere mich mit meinem Wissen und meiner Erfahrung für den Patienten, das eine Mal mit diesem, das andere Mal mit jenem Schwerpunkt. Immer aber ist es das prinzipiell gleiche Behandlungsrepertoire, das ich dem Patienten zur Verfügung stellen kann.
Die Wirkung korreliert nicht oder nur nachrangig mit der anfänglichen Schwere der Erkrankung: Einerseits genesen Schwerstkranke mit umfassender Metastasierung “wie durch ein Wunder”, und andererseits gibt es Fälle, in denen ein anfänglich harmlos erscheinender Lokaltumor wie ein Flächenbrand um sich greift und den Patienten binnen kurzem “hinwegrafft”, als hätte gar keine Therapie stattgefunden.
Diese Erfahrungen hat jeder langjährige Krebstherapeut gemacht. Ich kenne keine schlüssigere Antwort darauf als die, daß über Tod und Leben nicht durch Ärzte und deren Können entschieden wird, sondern von anderer Warte. Ob man diese Schicksal oder Gott nennt, ist  nur eine unterschiedliche Wortwahl. 
Weil ich in anfangs aussichtslos erscheinenden Fällen wie Wunder erscheinende Heilungen selbst erlebt habe, und solche sind umfangreich publiziert, gilt mein Engagement beim Behandlungsbeginn jedes Krebskranken prinzipiell dem Ziel, eine Heilung im Sinne einer Vollremission zu bewirken.

Die Therapieziele

Fakultativ 

(diese Ziele sind nicht immer zu erreichen):

Tumorfreiheit (Vollremission)
Tumorstillstand (Teilremission)
Verlangsamung des
   Krankheitsverlaufs

Obligat

(diese Ziele werden in jedem Fall angestrebt):
Verbesserung der Lebensqualität
Sinn - Findung
Wandel krankmachender 
   Faktoren in der 
   Lebensführung und der Einstellung
Frieden schließen
Loslassen 
   - von Vergangenheit
   - von Verhärtungen
   - von Bindungen zu Krankhaftem

Wo dies nicht gelingt, oder wenn der Verlauf zeigt, daß der Tumor nicht verschwindet, verändert sich das Therapieziel zu einer Verkleinerung der Krebsknoten. Oder es lautet Wachstumstillstand oder gar “nur” Verlängerung der Lebenszeit. Letzteres Ziel kann selbstverständlich nie verifiziert werden, weil man nie zweimal lebt.
Immer aber steht die Absicht, die Tumorausdehnung beeinflussen zu können, in der Ganzheitlichen Krebstherapie unter der Doppelüberschrift der beiden wichtigsten Therapieziele: Verbesserung der Lebensqualität und Reifung der Persönlichkeit.
 

Lebensqualität und Lebenszeit

Ein 62-jähriger Patient mit einem in die Leber metastasierten Coloncarcinom stand vor der schwierigen Entscheidung, sich einer Chemotherapie zu unterziehen oder sich biologisch behandeln zu lassen. Erst der Blick in den Bericht des Onkologen ermöglichte ihm den klaren Entschluß, die bereits begonnene ganzheitliche Therapie fortzusetzen: Dieser hatte formuliert, daß der Behandlungserfolg einer chemotherapeutischen Behandlung mit einer statistischen Lebenszeitverlängerung von 4,3 Monaten zu beziffern sei. Dies empfand der Patient als zynisch, besonders im Hinblick auf die bekannte Tatsache, daß er diese kaum nennenswerte Verlängerung mit einer Minderung der Qualität seines Lebens bereits ab Therapiebeginn erkaufen würde. Erstaunlicherweise stellen Patienten ihren Onkologen selten die konkrete Frage, woran denn der Erfolg einer Chemotherapie konkret abzumessen sei. Sie würden wohl oft, wenn ehrlich geantwortet wird, das Beurteilungskriterium der Lebenszeitverlängerung um einige Monate genannt bekommen, die neben der Remission oder Teilremission als wissenschaftlicher Maßstab für Response gilt. 
In der Biologischen Onkologie kann und will ich keine Zahlen zur Lebenserwartung treffen. Jede Krebserkrankung verläuft anders. Ein statistisches Mittelmaß sagt nichts zur Zukunft eines konkreten Patienten voraus. Schon das Einordnen eines betroffenen Menschen in eine Gruppe „gleicher“ Krebs-„Fälle“ ist nicht verwertbar und damit bedeutungslos. Die Bedingungen, die die Bereitschaft zur Krebserkrankung bei einem Menschen entstehen ließen und unterhalten, sind es, von denen es abhängt, welchen Verlauf die Krankheit wahrscheinlich nehmen wird, und nicht die Klassifikation des Krebsknotens durch Wissenschaftler. Und diese Bedingungen gelten immer nur für diesen konkreten Menschen, sie sind also subjektiv. Die Dynamik der Krankheit läßt sich nur individuell abschätzen.
Aber bereits dieses ist nur sehr eingeschränkt bis gar nicht möglich, wie viele Beispiele deutlich machen. Der gemeinsame Nenner des Überlebens in den Lebensgeschichten von Menschen, die als unheilbar galten und trotzdem genesen weiterleben, besteht darin, daß diese Menschen sich spätestens am Punkt der Todesvoraussage entschließen, sich nichts mehr vorschreiben zu lassen und keine Einschüchterung mehr zu dulden, sondern selbst zu entscheiden, ob und mit welcher Methode sie sich behandeln lassen, und daß sie alle Details ihres Krankheitsweges in die eigene Hand nehmen und behalten.

Wie wenig die “Wahrscheinlichkeit” oft mit dem konkreten Verlauf zu tun hat, zeigt die folgende Kasuistik einer Patientin mit metastasiertem Gebärmutterkrebs, einer einfachen, selbstbewußten Frau

 

Fallbeispiel: 77-j.Frau mit metastasiertem Uterus-Carcinom, beidseitigem Pleuraerguß, Leber- und Peritonealcarcinose, Ascites.

Datum

Befund / Therapiemaßnahme

11/1986

Mamma-Carcinom re., Ablatio

Sept.1987

Uteruscorpus-Carcinom. Abd. HE.

Seit 1989

Verdacht auf hepatozelluläres Carcinom, DD Metastase, DD.Gallenblasen-Ca.

29.3.98

Spitalaufnahme in Kantonsspital wegen massiven Ascites

3.4.98:

CT Abdomen/Becken: Ausgeprägter Ascites, Peritonealcarcinose, V.a.Leberfilialisierung, V.a. disseminierte osteolytische Metastasierung der Beckenschaufeln.

4/98-8/98

Etwa wöchentliche Ascites-Punktionspflicht

6.5.98

Behandlungsbeginn in der Paracelsus-Klinik Lustmühle

2.6.98

Tumoranämie mit Hb von 8,3. Transfusion von drei Erykonzentraten

3.7.98

Postrenale Anurie wegen tumorbedingter Ureterstenose im Trigon.vesicae bei blumenkohlartiger Imprimierung der Harnblase ® Urologische Notfallaufnahme im Kantonsspital zwecks transpelvinem Nephrostoma

7.bis 10.7.98

Diagnostische Hospitalisation ® wegen computertomographischer Sicherung erheblicher Tumorprogredienz und therapeutischer Aussichtslosigkeit wurde kein urologischer Eingriff mehr außer einem palliativen transurethralen Blasenkatheter vorgenommen, über den nach Ascitesdruckentlastung bei fortbestehender vesicaler Tumorimprimierung wieder Urin abfloß.

10.7.98

Rückverlegung der Patientin in dieser Verfassung in die B-klinik zum Sterben

10.7.98

Abschlußbericht Kantonsspital: „Bilateraler Pleuraerguss. V.a. disseminierte osteolyt. Skelettmetastasierung aller abdomino-pelvin und thorakal dargestellter Skelettabschnitte. Ausgedehnter Ascites. Intrahepatischer Tumor 5x5 cm links und zwei 1-cm-große Lebermetastasen. Peritonealcarcinose, carcinomatöse Infiltration des mesenterialen Fettgewebes. Tumorbedingte Harntransportstörung mit erweiteren Nierenbecken beidseits. Tumorbedingte Femoralisvenenthrombose rechts.“

13.7.98

Information aller Beteiligten und der Patientin zum „nihil facere“

Juli 98

rezidivierender paralytischer Ileus, der je mit Parasympathomimetica und Dilaudid-Atropin-stark-Injektionen zu kupieren war

Juli 98

völlige Bettlägerigkeit in der B-klinik, wiederholte ärztliche Besuche dort als Sterbevorbereitung

Juli 98

Beginn neuer Gebetsstrategie, durch die Patientin und Angehörige induziert

August 98

Morphinpflichtige klinische Zeichen von Rippen-und Sternummetastasen

18.8.98 – 12/98

insgesamt 14 Sitzungen systemischer Krebsmehrschritt-Therapie (sKMT) mit Ganzkörperhyperthermie, iatrogener Hyperglykämie, Hyperoxigenämie und Pyrogenen

ab Aug.98

in den ersten drei Sitzungen der Hyperthermie jeweils fast letaler Ausgang, dabei zweimal Notfallmaßnahmen und Abbruch der Fiebertherapie. Schon nach der ersten dieser drei Sitzungen traf die Patientin den Entschluß: „ ich will die Fiebertherapie weiter haben, auch wenn ich dabei sterbe“. Ab der vierten Sitzung weitere Fiebertherapien mit bestem Verlauf.

9/98 bis 2/99

Ascitespunktionen nur noch im 4-6-wöchigen Intervall erforderlich

Kontinuierliche Besserung des klinischen Befindens

10/ 98

Beginn der externen Ganzkörper-Orgon-Akkumulator-Therapie

11.9.98

Sonographie durch externen Internisten: „Nieren nicht mehr gestaut, weiterhin Pleuraergüsse und mässiger Ascites, Tumor der Leberpforte und die beiden anderen Lebermetastasen unverändert, weiterhin mesenteriale Tumormassen“ (keine Tumorprogredienz)

23.12.98

Entlassung der Patientin aus der B-Klinik mit noch liegendem Dauerkatheter

18.1.99

Entfernung des Dauerkatheters (nach vorausgegangenem Blasentraining) und Beenden der ambulanten Krankenpflege.

Seit 23.12.98

lebt die Patientin wieder alleine im eigenen Haus, kocht und versorgt sich selbst, erhält täglich Besuche vom Sohn, ist wieder in ihr altes Milieu gut integriert, macht täglich Gänge nach draußen.

ab 23.12.98

Reduktion der Behandlungen in der Paracelsus-Klinik Lustmühle auf folgende Positionen (einmal pro Woche): intraabdominelle Neuraltherapie, Magnetfeldtherapie, Bioresonanztherapie, Imaginationen, Maltherapie.

ab Febr. 99

Kein Analgeticabedarf. Keine weitere Medikation außer: Nigersan, Aloe Vera, Larifikehl, Mucedokehl, mittelkettig ungesättigte Fettsäuren. Streng vegetarische Kost.

Mai 99

Wieder häufiger punktionspflichtiger Ascites und Beginn eines langsamen körperlichen Abbaus und Zunahme der palpat. Bauchmetastasen.

Mitte Sept. 99

Erneut stationäre Aufnahme in B-klinik, diesmal zum Sterben. Pat. weiß das. Es ist ein eindrucksvoller, bewußter Prozeß, voll klaren Annehmens, in innerem Frieden und mit einer tiefen inneren Heiterkeit. Voll des Charakters, wie es M. Ryzl in „Der Tod und was danach kommt“ ausgedrückt hat: „Glücklichsein bedeutet auch die heitere Hinnahme des Unausweichlichen“.

 

Ganzheitlich-onkologische Behandlungen (überwiegend kombiniert, zum Teil phasenhaft versetzt):

Dies ist eine Leseprobe aus dem Buch 
Krebskranke Menschen in ganzheitlich-medizinischer Behandlung 
- Eine persönlich geprägte Schrift über Behandlungsgrundsätze und –methoden,
die sich für mich in der Praxis der Therapie krebskranker Menschen bewährt haben“. Mai 2000 / 208 Seiten, Abbildungen und Grafiken. 

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und Gesundheitsförderung

Auf dem Vievacker 16
D – 21407 Deutsch Evern
Tel. 04131-854 40 83
Fax 04131-855 490

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© Dr. med. Karl Heinz Braun von Gladiß 


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