Dies ist eine Leseprobe aus dem Buch „Krebskranke Menschen in ganzheitlich-medizinischer Behandlung - Eine persönlich geprägte Schrift über Behandlungsgrundsätze und –methoden, die sich für mich in der Praxis der Therapie krebskranker Menschen bewährt haben“. Mai 2000 / 208 Seiten, Abbildungen und Grafiken.
Dr. med. Karl Braun-von Gladiß
Am Beginn der Behandlung eines an Krebs erkrankten Menschen ist das anzustrebende Behandlungsziel oft ungewiß. Erst der Therapieverlauf bringt Klarheit. Dem einen Menschen “ist es gegeben”, daß der Tumor verschwindet, der Andere wird daran sterben.
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Am
Beginn der Behandlung eines an Krebs erkrankten Menschen ist das
anzustrebende Behandlungsziel oft ungewiß. Erst der Therapieverlauf
bringt Klarheit. Dem einen Menschen “ist es gegeben”, daß der Tumor
verschwindet, der Andere wird daran sterben. |
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Wo
dies nicht gelingt, oder wenn der Verlauf zeigt, daß der Tumor nicht
verschwindet, verändert sich das Therapieziel zu einer Verkleinerung der
Krebsknoten. Oder es lautet Wachstumstillstand oder gar “nur” Verlängerung
der Lebenszeit. Letzteres Ziel kann selbstverständlich nie verifiziert werden,
weil man nie zweimal lebt.
Immer aber steht die Absicht, die Tumorausdehnung beeinflussen zu können, in
der Ganzheitlichen Krebstherapie unter der Doppelüberschrift der beiden
wichtigsten Therapieziele: Verbesserung der Lebensqualität und Reifung der Persönlichkeit.
Ein 62-jähriger Patient mit einem in die Leber metastasierten Coloncarcinom
stand vor der schwierigen Entscheidung, sich einer Chemotherapie zu unterziehen
oder sich biologisch behandeln zu lassen. Erst der Blick in den Bericht des
Onkologen ermöglichte ihm den klaren Entschluß, die bereits begonnene
ganzheitliche Therapie fortzusetzen: Dieser hatte formuliert, daß der
Behandlungserfolg einer chemotherapeutischen Behandlung mit einer statistischen
Lebenszeitverlängerung von 4,3 Monaten zu beziffern sei. Dies empfand der
Patient als zynisch, besonders im Hinblick auf die bekannte Tatsache, daß er
diese kaum nennenswerte Verlängerung mit einer Minderung der Qualität seines
Lebens bereits ab Therapiebeginn erkaufen würde. Erstaunlicherweise stellen
Patienten ihren Onkologen selten die konkrete Frage, woran denn der Erfolg einer
Chemotherapie konkret abzumessen sei. Sie würden wohl oft, wenn ehrlich
geantwortet wird, das Beurteilungskriterium der Lebenszeitverlängerung um
einige Monate genannt bekommen, die neben der Remission oder Teilremission als
wissenschaftlicher Maßstab für Response gilt.
In der Biologischen Onkologie kann und will ich keine Zahlen zur Lebenserwartung
treffen. Jede Krebserkrankung verläuft anders. Ein statistisches Mittelmaß
sagt nichts zur Zukunft eines konkreten Patienten voraus. Schon das Einordnen
eines betroffenen Menschen in eine Gruppe „gleicher“ Krebs-„Fälle“ ist
nicht verwertbar und damit bedeutungslos. Die Bedingungen, die die Bereitschaft
zur Krebserkrankung bei einem Menschen entstehen ließen und unterhalten, sind
es, von denen es abhängt, welchen Verlauf die Krankheit wahrscheinlich nehmen
wird, und nicht die Klassifikation des Krebsknotens durch Wissenschaftler. Und
diese Bedingungen gelten immer nur für diesen konkreten Menschen, sie sind also
subjektiv. Die Dynamik der Krankheit läßt sich nur individuell abschätzen.
Aber bereits dieses ist nur sehr eingeschränkt bis gar nicht möglich, wie
viele Beispiele deutlich machen. Der gemeinsame Nenner des Überlebens in den
Lebensgeschichten von Menschen, die als unheilbar galten und trotzdem genesen
weiterleben, besteht darin, daß diese Menschen sich spätestens am Punkt der
Todesvoraussage entschließen, sich nichts mehr vorschreiben zu lassen und keine
Einschüchterung mehr zu dulden, sondern selbst zu entscheiden, ob und mit
welcher Methode sie sich behandeln lassen, und daß sie alle Details ihres
Krankheitsweges in die eigene Hand nehmen und behalten.
Ein Zeitungsbericht mit dem Titel “Ich habe Krebs – na und?” stellte einen jungen Mann mit Fahrrad, Anhänger und seinen beiden Hunden in Tibet vor, dem die Krebserkrankung seinen Lebenstraum realisieren half: Wenn ich schon sterben soll, erfülle ich mir vorher wenigstens meinen Lebenstraum – eine Weltreise mit dem Fahrrad.
Ein 33-jähriger Maler aus England verklagte, nachdem er längst wieder arbeitsfähig und gesund war, seine Ärzte wegen des eingejagten Todesschrecks, weil sie ihm drei Jahre vorher eine verbleibende Lebensdauer von drei Monaten vorausgesagt hatten.
Die Gutachter von Erich Honnecker hatten für die Ausreise des kachektischen und durch Lebermetastasen gezeichneten ehemaligen Staatsratspräsidenten der DDR ins Exil nach Chile plädiert, weil seine Lebenserwartung unter einem halben Jahr lag und ein erfolgreicher Prozeß nicht möglich erschien. Zwei Jahre später wurden diese Gutachter der Falschaussage bezichtigt. Die Voraussage, Honnecker würde das Prozeßende nicht erleben, wird nicht falsch gewesen sein. Dieses Beispiel zeigt nur einmal mehr, daß die Prognose durch Veränderung der Lebensumstände (Wegfall der Anklage und neuer Lebensbeginn in Chile) entscheidend beeinflußt wird.
Wie wenig die “Wahrscheinlichkeit” oft mit dem konkreten Verlauf zu tun hat, zeigt die folgende Kasuistik einer Patientin mit metastasiertem Gebärmutterkrebs, einer einfachen, selbstbewußten Frau
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Datum |
Befund / Therapiemaßnahme |
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11/1986 |
Mamma-Carcinom re., Ablatio |
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Sept.1987 |
Uteruscorpus-Carcinom. Abd. HE. |
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Seit 1989 |
Verdacht auf hepatozelluläres Carcinom, DD Metastase, DD.Gallenblasen-Ca. |
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29.3.98 |
Spitalaufnahme in Kantonsspital wegen massiven Ascites |
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3.4.98: |
CT Abdomen/Becken: Ausgeprägter Ascites, Peritonealcarcinose, V.a.Leberfilialisierung, V.a. disseminierte osteolytische Metastasierung der Beckenschaufeln. |
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4/98-8/98 |
Etwa wöchentliche Ascites-Punktionspflicht |
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6.5.98 |
Behandlungsbeginn in der Paracelsus-Klinik Lustmühle |
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2.6.98 |
Tumoranämie mit Hb von 8,3. Transfusion von drei Erykonzentraten |
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3.7.98 |
Postrenale Anurie wegen tumorbedingter Ureterstenose im Trigon.vesicae bei blumenkohlartiger Imprimierung der Harnblase ® Urologische Notfallaufnahme im Kantonsspital zwecks transpelvinem Nephrostoma |
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7.bis 10.7.98 |
Diagnostische Hospitalisation ® wegen computertomographischer Sicherung erheblicher Tumorprogredienz und therapeutischer Aussichtslosigkeit wurde kein urologischer Eingriff mehr außer einem palliativen transurethralen Blasenkatheter vorgenommen, über den nach Ascitesdruckentlastung bei fortbestehender vesicaler Tumorimprimierung wieder Urin abfloß. |
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10.7.98 |
Rückverlegung der Patientin in dieser Verfassung in die B-klinik zum Sterben |
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10.7.98 |
Abschlußbericht Kantonsspital: „Bilateraler Pleuraerguss. V.a. disseminierte osteolyt. Skelettmetastasierung aller abdomino-pelvin und thorakal dargestellter Skelettabschnitte. Ausgedehnter Ascites. Intrahepatischer Tumor 5x5 cm links und zwei 1-cm-große Lebermetastasen. Peritonealcarcinose, carcinomatöse Infiltration des mesenterialen Fettgewebes. Tumorbedingte Harntransportstörung mit erweiteren Nierenbecken beidseits. Tumorbedingte Femoralisvenenthrombose rechts.“ |
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13.7.98 |
Information aller Beteiligten und der Patientin zum „nihil facere“ |
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Juli 98 |
rezidivierender paralytischer Ileus, der je mit Parasympathomimetica und Dilaudid-Atropin-stark-Injektionen zu kupieren war |
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Juli 98 |
völlige Bettlägerigkeit in der B-klinik, wiederholte ärztliche Besuche dort als Sterbevorbereitung |
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Juli 98 |
Beginn neuer Gebetsstrategie, durch die Patientin und Angehörige induziert |
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August 98 |
Morphinpflichtige klinische Zeichen von Rippen-und Sternummetastasen |
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18.8.98 – 12/98 |
insgesamt 14 Sitzungen systemischer Krebsmehrschritt-Therapie (sKMT) mit Ganzkörperhyperthermie, iatrogener Hyperglykämie, Hyperoxigenämie und Pyrogenen |
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ab Aug.98 |
in den ersten drei Sitzungen der Hyperthermie jeweils fast letaler Ausgang, dabei zweimal Notfallmaßnahmen und Abbruch der Fiebertherapie. Schon nach der ersten dieser drei Sitzungen traf die Patientin den Entschluß: „ ich will die Fiebertherapie weiter haben, auch wenn ich dabei sterbe“. Ab der vierten Sitzung weitere Fiebertherapien mit bestem Verlauf. |
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9/98 bis 2/99 |
Ascitespunktionen nur noch im 4-6-wöchigen Intervall erforderlich Kontinuierliche Besserung des klinischen Befindens |
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10/ 98 |
Beginn der externen Ganzkörper-Orgon-Akkumulator-Therapie |
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11.9.98 |
Sonographie durch externen Internisten: „Nieren nicht mehr gestaut, weiterhin Pleuraergüsse und mässiger Ascites, Tumor der Leberpforte und die beiden anderen Lebermetastasen unverändert, weiterhin mesenteriale Tumormassen“ (keine Tumorprogredienz) |
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23.12.98 |
Entlassung der Patientin aus der B-Klinik mit noch liegendem Dauerkatheter |
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18.1.99 |
Entfernung des Dauerkatheters (nach vorausgegangenem Blasentraining) und Beenden der ambulanten Krankenpflege. |
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Seit 23.12.98 |
lebt die Patientin wieder alleine im eigenen Haus, kocht und versorgt sich selbst, erhält täglich Besuche vom Sohn, ist wieder in ihr altes Milieu gut integriert, macht täglich Gänge nach draußen. |
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ab 23.12.98 |
Reduktion der Behandlungen in der Paracelsus-Klinik Lustmühle auf folgende Positionen (einmal pro Woche): intraabdominelle Neuraltherapie, Magnetfeldtherapie, Bioresonanztherapie, Imaginationen, Maltherapie. |
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ab Febr. 99 |
Kein Analgeticabedarf. Keine weitere Medikation außer: Nigersan, Aloe Vera, Larifikehl, Mucedokehl, mittelkettig ungesättigte Fettsäuren. Streng vegetarische Kost. |
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Mai 99 |
Wieder häufiger punktionspflichtiger Ascites und Beginn eines langsamen körperlichen Abbaus und Zunahme der palpat. Bauchmetastasen. |
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Mitte Sept. 99 |
Erneut stationäre Aufnahme in B-klinik, diesmal zum Sterben. Pat. weiß das. Es ist ein eindrucksvoller, bewußter Prozeß, voll klaren Annehmens, in innerem Frieden und mit einer tiefen inneren Heiterkeit. Voll des Charakters, wie es M. Ryzl in „Der Tod und was danach kommt“ ausgedrückt hat: „Glücklichsein bedeutet auch die heitere Hinnahme des Unausweichlichen“. |
Ganzheitlich-onkologische Behandlungen (überwiegend kombiniert, zum Teil phasenhaft versetzt):
Schulmedizinische Maßnahmen
Stationäre Diagnostik, radiologisch, klinisch, sonographisch – Entlassung als Casus infaustus
Sonographische Verlaufskontrollen
Computertomographische Verlaufskontrollen
Biologische Milieutherapie
Vegetarische Ernährung
Orthomolekulare Medizin
Isopathische Milieutherapie
Colonhydrotherapie
zoninfusionen
Vitamin-C-Infusionen
Spezifische biologisch-onkologische Verfahren
Neuraltherapie, intraabdominell, mit Procain und Milieutherapeutica in verschiedenen Kombinationen: (Interferon injeel + Ney Tumorin Dil. + Quentakehl + Ubichinon + ATP Injeel + Carcinominum Nosode + Coenzyme comp. + Rebas + Aspitox + Mucosa comp. + Sanukehle + Utilin)
Organpeptidtherapie (Ney Tumorin)
Pyrogen-Therapie
Misteltherapie
Magnetfeldtherapie
Ganzkörperhyperthermie
Bioenergetische Therapie
Vegaselect-Therapie
Audiocolortherapie
Orgontherapie
Informations-Therapie
Maltherapie
Imaginationstherapie / Gehirntherapie
Psychagogik
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„Krebskranke Menschen in ganzheitlich-medizinischer Behandlung
- Eine persönlich geprägte Schrift über Behandlungsgrundsätze und –methoden,
die sich für mich in der Praxis der Therapie krebskranker Menschen bewährt
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© Dr. med. Karl Heinz Braun von Gladiß
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