Dr. med. Karl Heinz Braun
von Gladiß
28.7.01
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Praxisorientierte und
wissenschaftstheoretische Bewertung der Schrift
„Wirkungen elektromagnetischer Felder auf den Menschen:
Grenzwerte und Vorsorgemassnahmen zum Schutz der Bevölkerung.
Empfehlung der Strahlenschutzkommission“
vom 13.06.01. Herausgegeben von der
Geschäftsstelle der Strahlenschutzkommission, Postfach 120629, D-53048 Bonn, www.ssk.de
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In der „anerkannten Wissenschaft“ gibt es keine Untersuchungsinstrumentarien, um feinste Befindensschwankungen und Wahrnehmungs-Spezifika von Individuen meßtechnisch zu erfassen. Dies lege ich im letzten Abschnitt dieser kritischen Stellungnahme wissenschaftstheoretisch genauer dar. Das Theoriekonzept, welches die Autoren der Strahlenschutzkommission ihren Ausführungen wie selbstverständlich zugrunde legen, geht aber sogar bei den thermischen Effekten von zwei entscheidenden auf das Biologische System nicht zutreffenden Annahmen aus:
1. Beim Modell der spezifischen Absorptionsrate – SAR - wird irrtümlicherweise angenommen, je geringer der Energieeintrag in das Körperinnere sei, desto niedriger sei die Quote und Intensität zu erwartender bzw. möglicher Effekte. Man postuliert die Gültigkeit des auf technische Leiter bezogenen „Skin-Effektes“ auch für das biologische System. Dieser in der Leiter-Technik gültige Skin-Effekt ist die Abnahme der Energie-Penetration ins Innere des Leiters mit steigender Frequenz. Dementsprechend – aber irrtümlich! – wird angenommen, auch beim elektrischen Leiter menschlichen Gewebes gelte dies und spiele eine Rolle: Mit steigender Frequenz dringe umso weniger Energie ins Innere des Körpers („Spezifische Absorption“), sodaß die Energieleitung an der Haut-(Skin)-Oberfläche erfolge und keine Effekte im Inneren zu erwarten seien. Diese Annahmen sind beide nicht nur falsch, vielmehr gibt es bei Lebewesen vielfältige somatope Reflexzonenbeziehungen von der Oberfläche ins Körperinnere, die verantwortlich dafür sind, daß schwache Oberflächenreize umgekehrt proportionale organotope Effekte auslösen. Gerade in der Biologischen Medizin wird dieser Umstand systematisch genützt: in der Akupunktur wie in Reflexzonentherapien erzielt man über feinste Oberflächen-Stimuli überproportionale Tiefenwirkungen.
2. Die der Feldstärken-Berechnung gepulster Signale zugrundeliegende zeitgestreckte arithmetische Mittelung der Impulse ist nichts als ein rechnerisches Mimimierungsspiel. Mit der konkreten biologischen Wirkung hat das nichts zu tun. Diese hängt nur vom Peak, von der Langzeitexposition und der Rhythmik des Reizes ab. Dabei wird nämlich nicht der konkrete Impuls bewertet, sondern seine Effekt-unabhängige auf die Zeit gemittelte Durchschnittsbelastung. Dies ist so offenkundig falsch, wie es das Beispiel eines Hammers zeigt, der einen Fuß bearbeitet, während darauf verwiesen wird, dies sei unschädlich, denn die durchschnittliche Krafteinwirkung, über die Zeit gemittelt, sei für den Fuß nicht unzumutbar hoch sei, weil dieser dem Druck ja nicht ununterbrochen ausgesetzt sei.
o Daß junge, unerfahrene akademische Berufsanfänger oft tatsächlich glauben, die auf der Grundlage reproduzierbarer Untersuchungen gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse beschrieben die Realität, ist bekannt.
o Daß aber dienstältere und erfahrenere Wissenschaftler immer noch an der Vorstellung festhalten, es existiere in der Realität nur das, was die Wissenschaft mit ihren Instrumentarien objektiv messen könne, ist nicht mehr mit wissenschaftlicher Anfängernaivität zu entschuldigen, sondern muß als Beweis dafür betrachtet werden, daß praktizierte Wissenschaft oft nicht viel mehr ist, als das Wiederholen „anerkannter“ Glaubenssätze, welche sich einer wissenschaftstheoretischen Erhärtung nicht stellen müssen.
o Daß die Institutionsleitung eines politisch-administrativen Amtes die wissenschaftliche und gesellschaftliche Realität auf den gleichen „messbaren“ Standard zurückstutzt, ist indes nicht mehr entschuldbar, denn die Unterzeichner der „Empfehlungen der Strahlenschutzkommission“ stehen in der gesellschaftlichen und wissenschaftstheoretischen Verpflichtung, die „Realität“ zu bewerten, anstatt zu beurteilen, ob vorliegende Daten in eine der herkömmlichen Schubladen passen.
o Die Phänomene in Viehbetrieben in Bayern und anderen Standorten
o Epidemiologische Daten (z.B. gemäss einer gross angelegten Studienkonzeption vor und nach Inbetriebnahme funktechnischer Anlagen im Sinne meiner Publikation[5])
o Wechselwirkungen mit anderen Noxen[6]
o Spezifische Sensibilität von Risikopersonen[7]
o Arrhythmetische Mittlung der Reizstärke gepulster Signale versus der Beurteilung der tatsächlich applizierten Signalspitzen[8]
o Ungültigkeit des Skin-Effektes[9]
Die Krebspromotion wurde am „Verhalten des krebsrelevanten Enzyms Ornithin-decarboxylase ODC untersucht. Zwar war hier ein Ansteigen um das Doppelte zu beobachten, statistisch wurde er aber als nicht signifikant interpretiert und als Effekt daher negiert. Als zweites Kriterium wurden Hitzestressproteine (HSP) bei genetisch veränderten Würmern beobachtet, zum dritten Hitzestressproteine im Gehirn von Ratten und zum vierten das Tumorsuppressorprotein TP53 in Bindegewebszellen. Weil diese vier Kriterien keine statisch relevante Aussage ermöglichten, kommen die Autoren zur Schlußfolgerung, daß eine Krebspromotion durch hochfrequente Felder zu verneinen sei. Das Phänomen der Krebspromotion auf eine solche monolineale Ebene zu reduzieren, demonstriert, daß die Autoren vom Phänomen der Krebspromotion nichts verstehen oder mindestens die wechselwirkende Vielschichtigkeit promovierender Faktoren weder kennen noch ein Problembewusstsein dafür haben. Man muß sich ernsthaft fragen, ob es sich bei den Autoren dieser „Empfehlung der Strahlenschutzkommission“ um entsprechend kompetente Personen handelt, die von der Sache, über die sie zu befinden haben, ausreichenden Sachverstand besitzen: von den Bedingungen gesundheitlicher Stabilität bzw. Krankheitsanfälligkeit lebender Menschen.
Daten erst zu akzeptieren, wenn sie doppelblind und reproduzierbar ermittelt wurden, mag in der Technik wichtig sein. Diese Forderung aber auf die Medizin anzuwenden, wird der biologischen Realität nicht gerecht. Dort geht es um Lebens-Vorgänge, die überwiegend athermisch induziert und getriggert werden. Ihre Signalstärke liegt weit unterhalb der Schwelle des Signalrauschens; und sie sind sui generis weder reproduzierbar noch blind zu überprüfen. Vielmehr handelt es sich um letztlich einmalige und immer subjektive Prozesse. „Die Naturwissenschaft erfährt ihre methodische Grenze bereits dort, wo Leben auftritt. Sie kann zwar Spuren des Lebendigen im Stofflichen erfassen und beschreiben, ist aber nicht imstande, methodisch zu erkennen, was Leben an sich ist“ – hat Nobelpreisträger Prof. A. Buttenand gesagt. Wie wollen wir denn Wahrnehmungen lebender Systeme mit dem apparativen und gedanklichen Rüstzeug technischer Untersuchungsverfahren registrieren, reproduzierbar standardisieren und bewerten, wenn schon theoretische Physiker „Leben als das Aufsaugen von Ordnungen“ (Schrödinger) definieren und damit unumwunden darlegen, daß die Physik „Leben“ zumindest solange nicht zu begreifen vermag, solange der Begriff „Ordnung“ nicht standardisierbar ist?
Spätestens wenn man dem Physiker E. Schrödinger folgt, der „Wirklichkeit“ als mehr oder weniger zufällige, augenblickliche und einmalige Formen des „Zusammenbruchs der Wellenfunktion“ von Elementarteilchen betrachtet, die sich vor ihrer Seins-Kristallisation nur als eine beliebige von vielfältigen Möglichkeiten von Sein darstellten, wird deutlich, wie subjektiv und sui generis nicht reproduzierbar Realität ist. Daß man in der alltäglichen Praxis der angewandter Wissenschaft lange vor dieser Grenze aufhört zu reflektieren, ist gängige Praxis und letzlich nicht anders zu handhaben. Aber „wissen“-schaftlicher wird diese Praxis und ein aus ihr abgeleiteter Forschungsansatz damit nicht. Man sieht, daß echte Reproduzierbarkeit letztlich unmöglich ist. Wo es, und dies trifft auf „Leben“ zu, um Vorgänge „am Rande des Denkbaren“ (Sheldrake) geht, kann nicht scharfsinnig genug hinterfragt werden, ob die verwendeten Denk- und Sprach-Parameter aus der Technik hier zutreffen. Sie sind eher falsch als nur unzulänglich.
Die Ergebnisse von On-Off-Studien an Menschen sind deshalb nicht auf die Wirklichkeit der Elektrosensiblen übertragbar, weil die sui generis subjektive individuelle Wahrnehmung objektiv (extrasubjektiv) umso schwerer registriert werden kann, je weniger die zu untersuchenden Phänomene konstant kohärent[10] sind. Dies trifft umso mehr zu, je vielfältiger die äußeren Einflüsse sind. Dies bedeutet, daß eine Falsifikation oder Verifikation von low-dose-Effekten im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie nicht mit Reaktionen des gleichen Biologischen Systems außerhalb der Studiendurchführung korreliert. Das Setting einer Studiensituation weist nämlich entscheidende Unterschiede zum Alltag auf, und es muß als ebenso wahrscheinlich wie umgekehrt angenommen werden, daß auch die Effekte im Alltag zu jenen in einer Studiensituation völlig divergent sind. Mehr noch: Im studienfreien Alltag liegt eine viel höhere Beeinflussbarkeit vor: Die Kanalisierung der Aufmerksamkeit des Probanden auf die Fragestellung der Studie und der damit erhöhte Sympathikotonus[11] vermindert die Vulnerabilität[12] des Prüflings. Mit meinem Modell[13] der „Interferierenden spezifischen Labilitätskurven des Biologischen Systems“[14] habe ich demonstiert, daß die Irritabilität des Biologischen Systems inkonstant ist und von einer großen Fülle nicht determinierbarer Kofaktoren abhängt. Die Empfänglichkeit des Biologischen Systems gegenüber äußeren Impulsen ist allenfalls als Summationsphänomen in Annäherung zu beschreiben, niemals aber reproduzierbar. Die jeweilige momentane Dispositions-Kombination bedingt es aber, ob ein Effekt zur Wirkung kommt oder nicht. Sicher ist nur, daß die mit einer Prüfsituation verbundenen stressbezogenen Veränderungen der Ausgangbedingungen der Reaktionslage und die damit verbundene Fokussierung auf die Fragestellung der Studie eine viel geringere Vulnerabilität mit sich bringt, als man sie im Alltag erwarten muß.
Wissenschaftstheoretisch ist also klar, daß eine auf meßbare Daten beschränkte Realität nicht das gleiche ist, wie jene, die das Spüren mit allen menschlichen Sinnen integriert. Wenn „Effekte“ bei einer Studie gefunden oder nicht gefunden würden, sind diese oft nur der Studiensituation zuzuordnen. Sie auf die anders strukturierte Vulnerabilität Betroffener im Alltag zu übertragen, ist solange falsch, wie dort andere Dispositionen vorliegen. Schwache äußere Reize erzeugen biologische Effekte generell eher oder nur, wenn reaktions-katalytische Umgebungsbedingungen herrschen. Der Rückschluß von Perzeptionen innerhalb eines bestimmten „Settings“ auf andere Dispositionen ist daher unzulässig. Wo er trotzdem gezogen wird, bleiben elementare wissenschaftliche Regeln unerfüllt. Verdeutlichen kann man dies amzum Beispiel erotisch-sinnlicher Stimuli, für die ein Individuum in einer dafür empfänglichen Situation „offen“ ist, die bei der gleichen Person aber in einer engagierten und zielorientierten Arbeitssituation (einer anderen Disposition) frustran bleiben.
Erst bei gleichzeitigem Einwirken verschiedener schädigender Reize auf den Organismus entstehen in der Regel gesundheitliche Schäden: die Wirkung addiert sich, oft potenziert sie sich, und zusammen mit anderen Noxen entstehen ganz eigene Schad-Muster, deren Charakteristik erst aus dem Zusammenwirken der einzelnen Komponenten, wenn überhaupt, erklärbar werden. Auch entstehen Symptome und eine Krankheit nie monokausal. Auch deshalb sind On-Off-Effekt-Analysen ungeeignet, die kofaktorielle Rolle einer Noxe zu beurteilen. Die Annahme, daß athermische elektromagnetische Einflüsse in der Regel direkte, monokausal[15] zuordnungsfähige Sofortwirkungen hätten, ist irreal. Die Spuren der elektromagnetischen Wellen sind eben nicht „gelb gefärbt“, während es diese Gelbfärbung bei keinem anderem Einfluß gäbe. Gerade die fehlende Spezifität[16] und die erst bei gleichzeitiger Exposition des Betroffenen gegenüber anderen Noxen greifenden kofaktoriellen Summationen, Potenzierungseffekte und interferierenden Synergismen sind es ja, das konkrete klinische Bild prägen.
Die Reaktionsfenster eines Biologischen Systems sind also unterschiedlich, je nachdem, ob sich das System in einem Studienverlauf befindet, im Alltag, in der Therapiesituation, ob zuvor ein Zahn gezogen wurde oder nicht, ob das Wetter gut ist oder schlecht, ob ... zahllose Beispiele für differente und nicht ausfiltrierbare Hintergrundbedingungen könnten folgen. Diese den Testablauf und sein Ergebnis signifikant determinierenden Dispositionen wegzuretouchieren, erfüllt die Anforderungen an wissenschaftliche Sorgfältigkeit nicht.
Die Schrift der Strahlenschutzkommission brandmarkt eine derartige wissenschaftstheoretische Hinterfragung des Gängigen als Unwissenschaftlichkeit. Aus der dargelegten wissenschaftstheoretischen Beleuchtung erfüllt diese Inkriminierung alle Kriterien von Glaubensgehorsam.
Zum Problemkreis der biologischen Effekte funktechnischer Impulse führt der Autor im April 2002 ein Therapeutenseminar durch. Dabei werden die folgenden Themen behandelt: Strom, Funk und Körperelektrizität / Zur Relevanz physikalischer Impulse in der biologischen Medizin / Elektromagnetische Felder: niederfrequent, hochfrequent, gepulst / Feldverursacher innerhalb und außerhalb der Wohnung / Schnurlos- und Mobiltelefon sowie biologische Effekte von Funkwellen / Gesundheitliche Auswirkungen elektromagnetischer Belastungen / Wirkmodelle der Reaktion des biologischen Systems auf e.m.Felder / Elektromagnetische Belastung und kofaktorielle Wechselwirkungen / Demonstration einer elektrobiologischen Schlafplatzuntersuchung / Typische Patientenbeispiele – die Praxisrelevanz des Problems / Differentialdiagnostik und Untersuchung / Was ist und wie entwickelt sich Elektrosensibiltität? / Elektrosensiblilität und Psychopathologie / Therapiemodell der Elektrosensibilität / Abschirmen und Möglichkeiten zur Entstörung
Elektrobiologie für Ärzte und Heilpraktiker
Kursleiter Dr. med. Karl Braun-von Gladiß
Intensivkurs 1 ½ Tage am 5./6. April 2002, Fr. 15 – 21 + Sa. 9 – 17 Uhr, für Therapeuten in der biologischen Medizin, Preis auf Anfrage, Würzburg, Seminarhotel Haus Franken. Anmeldung bei: Frau Monika Hanelt, Hinterm Rathaus 8, 45239 Essen, Tel. 0201 401205 / 4087097 / Fax 0201 - 405 159 oder institut@gladiss.de
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[1] So bezeichne ich jene im Laufe der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts neu aufgetretenen Gesundheitsstörungen, für die sich in der herkömmlichen Pathophysiologie keine Erklärung findet.
[2] Die ganzheitsmedizinische Therapie der Elektrosensiblität als 17- Schritte-Katalog habe ich in einer kleinen Monographie (Juli 01) dargestellt (Verlag Braun-von Gladiß)
[3] weil der offiziellen Wissenschaftshierarchie untergeordnet
[4] Schumannwellen, Geomagnetwellen, Skalarwellen, Sferics
[5] Braun-von Gladiß: Ermittlung des Befindens von Menschen in der Umgebung von Sendeeinrichtungen für den Mobilfunk. Konzeption einer epidemiologischen Studie vor und nach Inbetriebnahme von Mobilfunkanlagen. Dez.2000. Verlag Braun-von Gladiß
[6] siehe unten im wissenschaftstheoretischen Teil
[7] siehe unten im wissenschaftstheoretischen Teil
[8] siehe oben
[9] siehe oben
[10] Kohärenz ist die phasensynchrone Bündelung von Impulsen, wie sie u.a. bei der Lasertechnik und in der Funktechnologie genutzt wird, um eine höhere Signal-Effektivität zu erreichen. Aber auch – und insbesondere – das Biologische System synchronisiert seine Rezeptoren und Neuronen kohärent und erzielt damit überdimensional makrotope Effekte auf minimalste elektromagnetische Signale, deren Reizstärken nicht nur ohnehin im athermischen Spektrum, sondern auch weit unter der „Rauschgrenze“ apparativ-technischer Registrierbarkeit liegen. Häufig wird das Wesen der Kohärenz im Bild des „Soldaten-Gleichschritts auf der Brücke“ veranschaulicht, bei dem bloßes Gehen die Brücke zum Einsturz bringt, weil es kohärent (gebündelt) erfolgt
[11] Nervenimpulsaktivität im stressbezogenen Ast des unwillkürlichen Nervensystems
[12] die „Verletzlichkeit“, die Eigenschaft, irritiert werden zu können
[13] Braun-von Gladiß, Das Biologische System Mensch, 1995, Eigenverlag, Seite 100-102
[14] Das Beispiel der auf einer Sinusbahn laufenden Kugel, die den Lebensprozeß symbolisiert, verdeutlicht die kritische Labilität biologischer Systeme. In der Talsohle braucht es große Kräfte, um die Kugel zu bewegen. Hier ist das System sehr träge und von außen nur schwer zu irritieren. Am oberen Wendepunkt der Kurve hingegen genügt eine unendlich kleine Reizstärke, um zu entscheiden, zu welcher Seite die Kugel rollt. Hier befindet sich das System im Zustand höchster Sensibilität und Reaktionsbereitschaft. In solchen “Phasenübergängen” ist das System in höchstem Maße zu beeinflussen. An diesen kritischen Kipp‑Punkten sucht sich ein überlastetes System immer im chaotischen Übergang ein neÜs Gleichgewicht. Es handelt sich um "Phasenübergänge", an denen das System in höchstem Maße irritierbar ist. Hier kann ein Reiz von mathematisch nach null gehender Reizstärke größte Reaktionen im System auslösen. Die Empfänglichkeit und Irritabilität gegenüber äußeren Reizen ändert sich zyklisch. Dabei laufen chronologische Phasen aller Größenordnungen gleichzeitig und miteinander synchronisiert ab: Sekundenbruchteile, Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate, Jahre, Siebenjahresperioden. Jede dieser chronobiologischen Phasen oszilliert zwischen den Extremen höchster kritischer Labilität und maximaler Stabilität. Tatsächlich sind im biologischen System unendlich viele ineinander verwobene Sinuskurven gleichzeitig anzunehmen, deren Phasenlänge und Amplitudenauslenkung sich unberechenbar unterscheiden. Es ist immer die Wechselwirkung zwischen dem äußeren Reiz und den Funktionsgrößen, welche die aktÜlle System‑Position bestimmen und von der es abhängt, ob ein externer Stimulus einen biologischen Effekt erzeugt oder nicht
[15] und dies ist die „Conditio sine qua“ non für Reproduzierbarkeit!
[16] also daß die Symptome auch bei anderen Gesundheitsstörungen auftreten
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