Betreff: Wissenschaftlermanifest gegen irreführende Informationen zur sog. Gebärmutterhalskrebsimpfung


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Betrifft: Wissenschaftlermanifest gegen irreführende Informationen zur sog. Gebärmutterhalskrebsimpfung

Die Newsletterredaktion www.gladiss.de gibt Ihnen Auszüge aus dem am 25.11. 2008 veröffentlichten Manifest von 13 Wissenschaftlern wieder, in dem diese die Stiko (Ständige Impfkommission) auffordern, ihre Impfempfehlung für HPV-Impfung (sogenannte „Gebärmutterhalskrebs-Impfung“) zu überprüfen.

Diese 13 Wissenschaftler sind überwiegend universitäre Lehrstuhlinhaber: Prof.Martina Dören Charité Berlin; Dr. Ansgar Gerhardus, Public-Health-Experte Universität Bielefeld; Prof. Ferdinand M. Gerlach, Universität Frankfurt, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im  Gesundheitswesen; Prof. Michael M. Kochen, Universität Göttingen; Prof. Claudia Hornberg, Universität Bielefeld; Prof. Ingrid Mühlhauser, Universität Hamburg; Corinna Schach, Universität Bremen; Prof. Petra Kolip, Universität Bremen; Prof. Oliver Razum, Universität Bielefeld; Prof. Norbert Schmacke, Universität Bremen; Prof. Rolf Rosenbrock, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung; Prof. Jürgen Windeler, Essen stellvertretender Geschäftsführer und leitender Arzt des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen e.V. (MDS), Fachbereichsleiter "Evidenz-basierte Medizin", Experte für die Nutzenbewertung von Arzneimitteln; Prof.Wolf-Dieter Ludwig, Charite Berlin.

„Wissenschaftler/innen fordern Neubewertung der HPV-Impfung und ein Ende der irreführenden Informationen.

Seit Herbst 2006 wird über mögliche Nebenwirkungen, die Kosten der Impfung sowie die teilweise irreführende Kampagne für die Impfung intensiv diskutiert. Ob aber die Impfung überhaupt das leistet, was sie verspricht, wurde kaum hinterfragt. Gerade die entscheidende Frage der Wirksamkeit, im Sinne einer Senkung der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs, ist bisher nicht ausreichend geklärt und Gegenstand unzutreffender Informationen.

Die zentrale Aussage eines im NEJM (2008) veröffentlichten Kommentars lautete: „Die schlechte Nachricht ist, dass wir die Wirksamkeit der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs nicht kennen.“ Von den etwa 100 bekannten HPV-Typen können mindestens 13 Gebärmutterhalskrebs auslösen. Dabei werden die Typen 16 und 18, gegen die sich die beiden Impfstoffe richten, für 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht. In den Studien wurde die Wirksamkeit der Impfung allerdings nicht gegen Gebärmutterhalskrebs, sondern gegen das Auftreten von höhergradigen Zellveränderungen (als mögliche Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs) an 15-26jährigen Frauen untersucht.

Die STIKO legte das Alter in ihrer Empfehlung auf 12 bis 17 Jahre fest. Daten zur Wirksamkeit gegen die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs gibt es nicht für die 12-14jährigen.

Die Empfehlung der STIKO zur HPV-Impfung muss umgehend überprüft werden. Die Empfehlung der STIKO aus dem März 2007 beruft sich nicht auf explizite Zahlen zur Wirksamkeit.

Mädchen und Frauen müssen angemessen informiert werden. Die in Studien ermittelten Ergebnisse stehen in deutlichem Widerspruch zu vielen sehr optimistischen Verlautbarungen. Mädchen und Frauen haben aber ein Recht auf angemessene gesundheitliche Informationen. Wir wenden uns entschieden dagegen, dass zur Gefährdung durch Gebärmutterhalskrebs mit falschen Informationen Angst und Schuldgefühle erzeugt werden. Wir fordern, dass die Unsicherheiten in der Datenlage thematisiert werden. Behauptungen, die Impfung reduziere Gebärmutterhalskrebs um 70% oder gar 98%, müssen unterbleiben und durch studiengestützte Informationen ersetzt werden, die allen Beteiligten eine dem Kenntnisstand entsprechende Bewertung und Entscheidung ermöglichen.“