Betreff: Kritische Stellungnahme zur neuen Stromablesetechnik
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--> Kritische
Stellungnahme zur
neuen Stromablesetechnik Dr. Braun-von Gladiß 31.3.2009 Ich kritisiere heute
zweierlei, sowohl die Einführung einer neuen Mobilfunk-gesteuerten
Stromverbrauchs-Ablesetechnik als auch die in esoterischen Kreisen
angesichts dessen aufkochende Katastrophenmentalität. Das erste (die neue
Technik und die Art ihres landesweiten Einsatzes) greift unzulässig
in die Privatsphäre von Menschen ein und verstärkt die
Mobilfunkbelastung der Bevölkerung erheblich. Das zweite (die
undifferenzierte Panik von Katastrophenfanatikern) erzeugt eine
falsche Lächerlichkeit, die bewirkt, dass auch ernst zu nehmende
Kritik ins Abseits gestellt wird. Der Weg aus dem Dilemma,
in dem ich mich als nüchtern denkender Wissenschaftler angesichts
dessen sehe, ist die präzise Darstellung des Sachverhaltes, die
Präsentation des hinter dem Problem liegenden generellen Musters und
der Aufruf zu einer sachdienlichen kritischen Einstellung und
Handlungsbereitschaft. Meine heutige
Stellungnahme umfasst drei Teile: Die sachliche
Darstellung und Bewertung einer neuen zur Zeit in der Erprobung
befindlichen Stromablesetechnik, die wahrscheinlich in Zukunft
flächendeckend eingesetzt werden soll Die kommentierte
Zurückweisung einer Katastrophenmentalität, wie sie über Emails
in der letzten Zeit verbreitet wurde Altbekannte Muster.
Konsequenzen. Kritik und Appell Teil
1: Sachliche Darstellung der neuen Stromablesetechnik Was wird durch die neue Technik
tatsächlich gesendet, beeinflusst, an Feldveränderungen erzeugt? Es
bedurfte einer Recherche auf der Leitungsebene der dafür zuständigen
wissenschaftlichen Abteilung eines großen überregionalen
Stromversorgers, um die jetzt folgenden
sachlichen Informationen zusammenzustellen: Die technische Abteilung
der E.ON Netz GmbH in 95448 Bayreuth - www.eon-netz.com –
beantwortet die Frage nach dem Gerät (Smart Meter Pilot bei E.ON
Bayern) und der Datenübertragung wie folgt : 1.
"Flächen Roll-Out" der Smart Meter Technologie in einem
geschlossenen Netzgebiet, mit dem Ziel Erfahrungen zu gewinnen ->
ausgewählte Ortschaft: Bad Staffelstein. <5000 E.ON Bayern
Vertriebskunden auf freiwilliger Basis. Eingesetzte
Kommunikationstechnik: PLC: (CENELEC Band 1200 Bd) Zähler -
Datenkonzentrator – GPRS: Datenkonzentrator - ZFA System 2.
"Vertriebs Roll-Out" der Smart Meter Technologie im
gesamten Netzgebiet: Eingesetzte Kommunikationstechnik: GPRS: Zähler
- ZFA System. Die
Zählerkommunikation für den E.ON Bayern Pilot wird
derzeit ausschließlich über GPRS von T-Mobile betrieben. Der
GPRS Kanal zum Zähler Modem wird als VPN zum Access Point des
Providers geschaltet (=IP SEC). Ist analog wie der RAS Zugang
für unser "home office". Die Zähler mit
direkter GPRS Kommunikation werden i.d.R. 1 mal am Tag abgelesen. Die
Datenkonzentratoren der Zähler mit PLC werden mehrmals am Tag
abgelesen. Die Zähler erfassen: täglich - HT Zählerstand, NT
Zählerstand, 15 min. Lastgang als Zählerstand. Der
Lastgang kann derzeit nicht "online" d.h. alle 15 min.
übertragen werden, sondern wird wie bei E.ON Netz Kunden auch, ein
mal am Tag - zwischen 0:00 und 5:00 Uhr für den Vortag abgelesen.
Zukünftig sollen die Kunden aber von ihrem E.ON Bayern WEB Portal
eine Ablesung des Lastgangs des aktuellen Tages auslösen
können. Die
GPRS Modem sind zwar 24 h 365 Tage bei der
nächsten Mobilfunkfunkstation eingebucht (wie beim Handy). Die
Applikationsebene kommunizíert aber, wie gesagt, nur einige Male pro
Tag. Die Datenübermittlung
erfolgt – für Laien verständlich ausgedrückt – wie folgt: Der
Strombetreiber installiert am Stromzähler ein einem Handy
vergleichbares Mobilfunkgerät, welches ununterbrochen mit der
nächstliegenden Mobilfunkbasisstation (z.B. „Mobilfunkturm“) im
Standby-Modus online verbunden ist. Der Datentransfer ist also dem
Absenden einer SMS vergleichbar. Angegeben wird, die
standby-Verbindung werde 1 mal am Tag aktiviert, derzeit zwischen 0
und 5 Uhr nachts. Je nach Entscheidung des Strombetreibers ist dies
aber auch mehrfach täglich möglich; z.B. auch alle 15 Minuten oder
häufiger. Darauf hat der Endverbraucher, nachdem das Gerät erst
einmal installiert ist, keinen Einfluss und er könnte das auch nur
mit großem messttechnischem Aufwand kontrollieren lassen. Dies bedeutet, daß
sich für Handynutzer vom Grundsatz her nichts ändert, weil sie
ohnehin immer dann, wenn ihr Handy eingeschaltet ist, das gleiche
praktizieren wie das Stromablese- und Übermittlungsgerät. Weil die
Ablesehäufigkeit aber nicht geregelt ist, kann diese Technik die
gesamte Mobilfunkbelastung des Einzelnen bedeutsam vergrößern, je
nachdem ob die Ablesung 1 x oder 96 mal pro Tag (bei 1/4-stdl.
Datentransfer) erfolgt. Besonders stark fällt auch ins Gewicht, dass
das Gerät ununterbrochen eingeschaltet bleibt, gleich einem 24
Stunden pro Tag eingeschalteten Handy. Wichtig zur Abschätzung der
individuellen Belastung ist auch die Luftlinienentfernung (ohne
Berücksichtigung der Wände) vom Ablesegerät zu den Bewohnern, vor
allem zu deren Schlafplatz, die vor allem in kleineren Wohnungen
dafür meist viel zu gering ist. Für Menschen aber,
die ein Mobilfunkgerät grundsätzlich weder besitzen noch benutzen
(wie ich zum Beispiel), hieße es, die letzte mobilfunkfreien Zone in
der eigenen Wohnung aufzugeben, wenn sie zustimmen, eine solche
Einrichtung in der Wohnung oder im Haus installieren zu lassen. Hinzu kommt, dass die
neue Verbrauchs-Ablesetechnik nicht auf Stromanschlüsse beschränkt
bleiben wird. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass auch
Gasanschlüsse und Wasseruhren darauf umgerüstet werden sollen.
Jedenfalls gibt es zahlreiche Werbungsprospekte und
Gerätebeschreibungen der diese Geräte produzierenden Industrie
dafür. Natürlich bricht
damit nicht die Welt zusammen und es kann keine Rede von
„systematischer Gesundheitszerstörung“, „Manipulation“ und
ähnlichen weiteren Katastrophenbegriffen sein, wie sie im oben
referierten Pamphlet aufgebläht werden. Es geht über die
Mobilfunkbelastung hinaus aber noch um etwas weiteres: Es ist ein
grundsätzliches ethisches Problem, dass Mobilfunktechnik jetzt allen
Menschen aufgezwungen wird. Wir leben in einem freien Land, in dem
das Recht besteht, dass Menschen sich aus ethischen oder anderen
Gründen entschließen und es praktizieren dürfen, beim Essen
grundsätzlich keine Tiere zu verzehren, grundsätzlich keine
Kreditkarte zu benutzen, grundsätzlich in kein Flugzeug zu steigen,
sich grundsätzlich nur mit dem Fahrrad fortzubewegen, grundsätzlich
keine Biozide (Spritzmittel) im Garten zu verwenden, grundsätzlich
keine Impfungen bei sich durchführen zu lassen, grundsätzlich kein
Fluor im Trinkwasser haben zu wollen und viele andere Aspekte im
Leben grundsätzlich selbstbestimmt zu gestalten. Dies mag vielen
Mitmenschen anachronistisch, verschroben und verrückt vorkommen,
weil eine solche Lebenspraxis außerhalb der gängigen
Normalitäts-Grenzen liegt. Diese müssen in einem freien Land aber
weiter gefasst sein als in totalitären Systemen. Daher darf es auch
kein Automatismus werden, jemanden nur deshalb, weil er Strom
beziehen möchte, zu zwingen, in seinem Hause bzw. seiner Wohnung
Mobilfunk zu dulden. Wenn ich nachfolgenden
eingerückt und rot gesetzten Text wiedergebe, betone ich
ausdrücklich, dass ich diesen Aussagen nicht zustimme. Vielmehr
kritisiere ich die um sich greifende irrationale
Katastrophenmentalität sehr grundsätzlich. Teil
2: kommentierte Zurückweisung einer Katastrophenmentalität, wie
sie über Emails in der letzten Zeit verbreitet wurde Das nachfolgende Pamphlet
wurde in den letzten Wochen unter dem Stichwort „Energiebox“ über
Email-Ketten verbreitet und gelangte so zu-fällig auch in meine
Post. Im Original (pdf-File) ist es mit einem Layout aus vielen fett,
kursiv, unterstrichen und rot markierten Hervorhebungen gestaltet,
und die wenigen nachfolgend referierten Aussagen werden sowohl
vielfältig wiederholt als auch mit dicht gepackten Grammatik-und
Formulierungsfehlern gespickt, und dies über eine Länge von fünf
Din-A-4-Seiten. Weil dieses Pamphlet von einer ganzen Reihe ernst zu
nehmender Mitstreiter – ohne dass es offenbar zuvor gelesen wurde –
in die nächste Runde der Emailschleife geschickt wurde, war es
letztlich, hat mich dann wirklich verwundert und mir gezeigt, dass in
„Kritikerkreisen“ eine Blindgläubigkeit und wohlfeile
Katastrophenbereitschaft um sich gegriffen hat, die Handlungen (das
Verbreiten einer Schrift) reflektorisch auszulösen vermag, sobald
bestimmte Reizwörter fallen, ohne dass ein Rest gesunden
Menschenverstandes eingeschaltet wird. Meine LeserInnen mögen mir diese
harten Worte verzeihen, vielleicht sind sie aber nötig, um
aufzurütteln und dem Appell an Vernunft Nachdruck zu verleihen.
Vielleicht ist dieses – die reflexartige Empörung, sobald
Schlagwörter wie die nachfolgenden auftauchen, der wichtigste Zweck
meiner heutigen kritischen Stellungnahme zum Thema „neues
Stromablesegerät“: Die nachfolgenden Schlagwortzitate sind dem
„Energiebox“-Pamphlet wörtlich entnommen: „...landesweit
…. Bevölkerungsreduzierung.... furchtbarste Waffe der Welt!!!...
Lampen explodieren... Allergiker fallen haufenweise um... fühlen
sich sterbend ... Bewusstseinsstörungen... reines Waffensystem...
Tarnung!... Überwachung... Mind control Experiment ...verseuchen...
TOTALITÄRE KONTROLLE... abzuhören … Gehirnwellen beeinflussen...
es ist wirklich nicht mehr viel Zeit ….Teil des amerikanischen
Patriotengesetzes ...Veränderung im Rückenmark ….Leukämie …
Experimente erst richtig begonnen....“ Ich
appelliere dafür, Kritik sachlich, rational gestaltet und
wissenschaftlich fundiert vorzutragen. Pamphlete
wie das nachfolgend referierte bewirken in ihrer Lächerlichkeit letztlich nur, wirklich
berechtigte, mit Vernunft vorgetragene Kritik an der Sache ebenfalls
lächerlich zu machen, wissenschaftliche Kritiker ins Abseits zu
stellen und künftige Verlautbarungen aus Kreisen, die vor den
Auswüchsen der Mobilfunktechnik warnen, zu diskreditieren. Darüber hinaus
verunsichern und verängstigen Pamphlete wie das referierte die
Menschen und fördern ein fatales psychopathologisches Muster der
generellen Unzufriedenheit mit der Welt auf allen Ebenen. Dieses
minimiert Lebensqualität noch viel krasser als die kritisierte
Technik selbst. Besonders der jungen Generation ist es ein
abschreckendes Beispiel: Die Persönlichkeitskraft (Ich-Stärke) von
Kindern wird durch eine solche von Angst geprägte Einstellung von
vornherein unterbunden. Jene engagiert ihrer Umwelt achtsam gegenüber
eingestellten jungen Leute, die vernünftigen Argumenten zugänglich
sind und sich für einen besseren Umgang mit neuen Technologien in
Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Pädagogik verwenden wollen,
wird jeder Antrieb genommen, wenn sie sich in den Augen der
Öffentlichkeit damit auf eine Stufe mit „Spinnern“ stellen. Kurzum: die Aussagen des
Pamphlets sind nicht nur falsch, sondern wirken in vollem Ausmaß
kontraproduktiv. Nun also der Extrakt des
Pamphlets im Zitat (mit originalgetreuer Wiedergabe aller Sprach-und
Grammatikfehler, die dem staunenden Leser am Ende den Ausruf
entlocken: „kauf dir mal ne tüte dtsch, hat mir auch gehelft“): „Schwedens
landweites Bevölkerungsreduzierungsprogramm: In Schweden wird nun
die HAARPTechnologie über den häuslichen Stromzähler verbreitet!
Schweden hat jetzt die stärkste, größte und furchtbarste Waffe der
Welt!!! In alle Haushalte wird eine sogenannte „Energybox“
eingebaut. Erste
Wirkungen: Viele körperliche und seelische Beschwerden bei Menschen,
ungeheure Schlafstörungen, andauernder kurzer Stromausfall, Lampen
explodieren, Mobilverkehr teilweise zusammengebrochen, Telefone
funktionieren nicht, Stromstärke und Strahlung in der Stromleitung
unglaublich gestiegen, Computer knacken furchtbar, Internet und
Mailverkehr humpelt, Lampen flackern die ganze Zeit usw. Auch die
El-Allergiker fallen haufenweise um und fühlen sich sterbend. Viele
zeigen jetzt schon Persönlichkeitsveränderungen und andere
Bewusstseinsstörungen, besonders im Bezug auf das Gedächtnis. 3G
(UMTS) war schon immer im Grunde ein reines Waffensystem und die 3G
Handys sind nur Nebenerscheinungen (zur Tarnung!) … um
was es dabei in Wirklichkeit geht : um eine Ausweitung der
Überwachung und Gesundheitsschädigung bis zum Tod
(Bevölkerungsreduktionsprogramm). Schwedens landweites Mindcontrol
Experiment ! Ein
einziger Sender reicht im Grunde, um alle Häuser zu "verseuchen",
die am gleichen Transformator angeschlossen sind. Der wirkliche
Grund, warum man unser El-System … verändert lautet einfach:
"TOTALITÄRE KONTROLLE" Mit
modifizierte ELF, ULF usw. ist es sehr leicht JEDEN Raum in 3D zu
sehen, jedes Gespräch abzuhören und sogar die Gehirnwellen der
Menschen zu beeinflussen. Wir sind in dem größten Experiment mit
Kontrolle über die Gehirnwellen der Menschen, das die Welt gesehen
hat. Deshalb wird es im Augenblick nur in Schweden und Finnland
getestet. Beide Länder sind officiel immer schon
Feldexperimentländer für Mikrowellen gewesen. Es ist wirklich nicht
mehr viel Zeit (auf jeden Fall nicht für Schweden). Die kleine
Energybox ist nichts anderes als ein Teil des amerikanischen
Patriotengesetz, was selbstverständlich der Amerika-Nato mit nach
Schweden folgt. Die totale Kontrolle der Häuser und des menschlichen
Bewusstseins ist nur der Anfang. … die Energybox gehören im Grunde
schon zu diesen neuen Waffensysteme, die man an uns testet. … FAST
ALLE, die der 3G Strahlung ausgesetzt sind, eine Veränderung im
Rückenmark zeigen. DER ANFANG VON LEUKEMIE! Schweden
hat jetzt die stärkste, größte und furchtbarste Waffe der Welt und
die Experimente, hatten ja erst richtig im Sommer begonnen. Quellenangaben:
http://www.fraktali.biz mitgeteilt von : Dr.med.Heinz Gerhard
Vogelsang und http://gandhi-auftrag.de/energybox.htm“ Nach einer solchen
Darstellung wird verständlich, wenngleich es nichts desto weniger
falsch bleibt, wenn eine Mutter (auch als Email-Rundbrief) schreibt: „….wann
denn diese neue Technik bei uns eingeführt werden soll. Die Antwort
ist schockierend und ich frage mich, warum weiss niemand etwas! Haben
Sie davon gewusst? Da ist doch alles harmlos, was wir bis jetzt haben
und wofür wir uns einsetzen. Nur welche Möglichkeiten haben wir
jetzt überhaupt noch und welchen Lebensraum? Das ist meiner Meinung,
flächendeckende, vom Gesetzgeber verordnete Euthanasie, etwas
anderes fällt mir dazu nicht ein.“ Teil
3: Altbekannte Muster. Konsequenzen. Kritik und Appell Mobilfunktechnik ist
nicht risikolos. Es gibt zahlreiche Beweise gesundheitlicher Schäden
innerhalb amtlich genehmigter Leistungsflussdichten. Darüber hinaus
liegt aus vielen tausenden von Studien eine Fülle sehr ernst zu
nehmender Hinweise auf bedrohliche epidemiologische
Langzeitauswirkungen durch den Mobilfunkverkehr vor, sowohl für die
individuelle Handynutzung als auch für den Betrieb von
Mobilfunkbasisstationen (Mobilfunktürmen). Nahezu kein
Wissenschaftler, der zwei Kriterien aufweist, nämlich sich sowohl
mit der Reaktion biologischer Systeme auf externe Einflüsse
auszukennen als auch nicht in finanzieller Bindung an die Industrie
zu stehen, ignoriert diese kritischen Erkenntnisse und befürwortet
gar die Ausweitung der Mobilfunktechnik. Für all Jene, auf die das
erste Kriterium (eine subtile Kenntnis biologischer Systeme) nicht
zutrifft und Jene, die sich sachlich informieren möchten, habe ich
meine 1997 in der 1. Auflage erschienene Schrift „Mobilfunk und
Gesundheit“ in der 2. Auflage 2009 mit dem neuen Titel „Macht
Mobilfunk krank?“ aktualisiert. Dort sind die wichtigsten Studien
exemplarisch referiert. Dieses Vorwort zum Teil 3
möge genügen, um aufzuzeigen, warum überhaupt ein Kommentar zur
Mobilfunk-gesteuerten Strom-Gas-Wasser-Verbrauchs-Ablesetechnik
erforderlich ist. Sowohl der
flächendeckende Einbau dieser Verbrauchs-Ablesegeräte als auch die
Möglichkeit der Stromversorger, die Ablesefrequenz beliebig zu
gestalten, machen deutlich, dass sich das Ausmaß des
Mobilfunkverkehrs in Wohngebieten sehr erheblich erhöhen wird, vor
allem auch nachts. Eine der basalen
Forderungen aller für den problembewussten Umgang mit Mobilfunk
plädierenden Wissenschaftler heißt, die Mobilfunkdichte vor allem
nachts zu reduzieren, weil das biologische System in dieser Zeit
besonders sensibel ist. Dementsprechend zweifelte bislang kein
unabhängiger Wissenschaftler an der Notwendigkeit, nachts die
Sendeleistungen von Mobilfunkbasisstationen herunter zu regeln, was
technisch gut möglich ist. Die Einführung Mobilfunk-gesteuerter
Stromablesetechnik wird alle diesbezüglichen Bestrebungen, die
Belastung zu minimieren, zunichte machen und mit großer
Wahrscheinlichkeit die durch elektromagnetische Wellen erzeugten
gesundheitlichen Störungen unkalkulierbar erhöhen. Solche Risiken einzugehen
ist unverantwortlich und zeigt wieder einmal konzertiert mehrere
Prinzipien, die uns schon aus anderen wissenschaftsgeschichtlichen,
gesellschaftspolitischen und umweltmedizinischen Themen bekannt sind: Contergan-Weitervertrieb
trotz vorliegendem wissenschaftlichem Alarm Antibiotika-Resistenz-Entwicklungen
infolge jahrzehntelangem wissenschaftswidrigem Einsatz Propaganda für mehr
Fleisch- Zucker- und Milchkonsum trotz ernsthafter
wissenschaftlicher Bedenken Trinkwasserproblematik
durch Medikamentenmetabolite (Antibiotika, Hormone, Pestizide) Xenobiotika
(hormonähnlich wirkende Kunststoffe und andere Chemikalien mit
Wirkung auf Krebsförderung und Unfruchtbarkeit) Giftkontamination in der
Nahrungsmittelkette durch Chemikalien und Massentierhaltung Holzschutzmittel Pentachlorphenol PCP Sick-building-Syndrome Radongasbelastung
verwendeter Baustoffe Chemotherapie bei
infausten Krebserkrankungen Autoreifen-Desinfektionsmatten
bei Vogelgrippenabwehr Gentechnik mit vielen
unerfüllten Erwartungen und Unberechenbarkeiten Atomtechnologie mit
wider besseren Wissens aufrecht erhaltener Annahme eines
unbedenklichen Schwellenwertes Grenzwertfreiheit für
athermische Mikrowellenbelastung trotz Beweisen für biologische
Wirkungen unterhalb der Wärmewirksamkeit Entscheidung für 100
Hertz-Takt-Frequenz für DECT Schnurlostelefone statt einer
Pulsfrequenz, die nicht in der ersten Oktave der 50-Hz-Schwingung
des Haushaltsstroms läge und somit nicht mit einer massiven Zunahme
von Elektrosensibilität verbunden gewesen wäre (weil alle Menschen
auf 50 Hz vorsensibilisiert sind und Elektrosenbilität eine
Frequenzallergie ist) und viele andere
Beispielen mehr Die zuständigen
Firmenleitungen, Techniker, Wissenschaftler, Kommissionen und
Politiker wiederholen hier – mit der flächendeckenden Installation
Mobilfunk-gesteuerten Strom-Gas-Wasser-Verbrauchs-Ablesetechnik unbekümmert Muster, die schon so oft im Nachhinein eine peinliche
Ignoranz offenbarten, letztlich aber nichts mehr als Schulterzucken
nach sich zogen, wo sich Entscheidungsträger stattdessen in einem
wirklich frei funktionierenden Markt persönlichen
Schadensersatzforderungen konfrontiert sähen. Wir entdecken hier
also die folgenden alt bekannten Muster: Funktechniker und
Ingenieure haben keine Kenntnis von biologischen Systemen und deren
Reaktionen. Das kann ihnen nicht vorgeworfen werden. Wohl aber
müssen sie sich vorhalten lassen, dass sie ohne vorherige Prüfung
durch unabhängige Instanzen Entscheidungen treffen, deren
Konsequenzen weit über ihren technischen Verantwortungsbereich
hinausreichen. Kommissionen, die
innerhalb der Hierarchie administrativer Zuständigkeit eventuell
befragt werden, sind in der Regel wesentlich bis federführend
durch die Industrie selbst bestimmt. Insofern fungiert hier der
„Bock als Gärtner“. Die zuständigen
politischen
und administrativen Instanzen, zu deren Aufgabe eine Risikoabklärung
gehört, verlassen sich blindgläubig einzig auf die Stellungnahme
jener Wissenschaftler, die an die die Technologie selbst
entwickelnde, einführende und propagierende Industrie finanziell
gebunden sind und oft als „Mietmäuler“ bezeichnet werden (z.B.
von der Chefredaktion des pharmakritischen wisssenschaftlichen
Pressorgans Arzneitelegramm). Die gerade in
Vorbereitung befindliche Einführung der Mobilfunk-gesteuerten
Strom-Gas-Wasser-Verbrauchs-Ablesetechnik zeugt insofern wieder
einmal davon, daß Politik und Administration ihrer Verantwortung
der Bevölkerung gegenüber nicht gerecht werden und sich vielfach,
so auch hier, darauf beschränken, nachträglich den
Handlungsspielraum zu legitimieren, den sich große Konzerne zwecks
Renditesteigerung erschaffen haben. Rationale – als
Gegensatz zu interessensgebundener - Wissenschaft kommt generell am
wenigsten zum Tragen, wo es um Gewinnmaximierung geht (und ein
anderes Ziel kann hinter der neuen Technik nicht stehen). Insofern
zeugt, was wir hier aus der Kenntnis der Effekte in biologischen
Systemen beobachten müssen, von einem hohen Maß an Irrationalität
auf der Seite Jener, die Technik entwickeln, Jener, die sie
befürworten und Jener, die sie genehmigen. Offenbar
leistet sich unsere Gesellschaft über weite Strecken,
Entscheidungsträger zu tolerieren, die über die Konsequenzen ihres
beruflichen Tuns nicht zur Verantwortung gezogen werden. Dass sich
solches immerfort (s.o.) wiederholt, ist tatsächlich eine kollektive
Dummheit und erinnert an das harte Urteil von Wissenschaftlern des
Club of Rome, die die Menschheit als Missgeburt der Natur, als
flüchtig existierende Fehlleistung der Evolution bezeichnet haben,
weil sie nicht imstande sei, Erkenntnisse zielgerichtet in
veränderndes Verhalten umzusetzen. Welche
Konsequenzen dies für jeden Einzelnen hat, ob sich daraus
Katastrophenmentalität entwickelt, Resignation die Folge ist, eine
Ausverkaufsmentalität („nach mir die Sintflut“) entsteht oder
präzise Logik geschult wird und sachliche Publikation verbreitet
werden, Lernen am Beispiel erfolgt und intelligentes Handeln (die
Marktposition des Verbrauchers nutzen) sowie Problembewußtsein in
der Pädagogik und Jugendarbeit entwickelt werden – dies muss jeder
Mensch für sich selbst entscheiden. Gesellschaft
verändert sich nicht primär durch neue Gesetze einer Regierung oder
eines Königs, sondern indem Einzelne ihr Denken und ihre
Handlungspraxis ändern und so zu Kristallisationspunkten für
Wandlung werden. Daß
ich der Katastrophenmentalität ebenso entgegentrete wie der
Resignation und Ausverkaufsmentalität und mich stattdessen um
sachliche Information bemühe, möge durch meinen Beitrag deutlich
geworden sein. Persönlich
werde ich zum einen meine Rechte und Möglichkeiten als Verbraucher
nutzen und zum anderen auch künftig aufklärend umweltmedizinische
und gesellschaftspolitische Phänomene kommentieren. Ich bin ebenso
überzeugt davon, daß sich Widersprüche weder in der Medizin noch
in der Gesellschaft aufheben lassen, wie ich glaube, daß der Sinn
des Lebens in der Entwicklung von Erkenntnis, Handlungsmustern und
Handlungsautonomie liegt. Dies zum ersten, und zum zweiten
weil Katastrophenmentalität die Entfaltung dieses Sinns des Lebens
blockiert, haben mich bewogen, diese kritische Stellungnahme gegen
die Mobilfunk-gesteuerte Strom-Gas-Wasser-Verbrauchs-Ablesetechnik zu
verfassen und zu publizieren. Dr.
med. Karl Braun-von Gladiß
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